Wieso Bill Gates nicht an Microsofts Spitze zurückkehren wird

24. Juli 2013, 10:12
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Ehemaliger Firmenchef steht heute ganz im Dienste seiner eigenen Stiftung

Ein Bericht der australischen Ausgabe der International Business Times könnte bei einigen Microsoft-Investoren Hoffnung ausgelöst haben. Denn, so der Artikel, der Mitgründer und ehemalige Firmenchef Bill Gates könnte möglicherweise zurückkehren. Warum diese Annahme wohl unbegründet ist, erklärt nun die langjährige Microsoft-Beobachterin Mary Jo Foley auf CNet.

Steve Ballmer steht seit dem Jahr 2000 als CEO an der Spitze des Redmonder IT-Riesen. 2008 verabschiedete sich Gates schließlich auch vom Tagesgeschäft. Er ist aber weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender, wird aber nicht als "weißer Ritter" im Chefsessel oder als oberster Technologieverantwortlicher ein Comeback geben.

Gates mit humanitären Projekten beschäftigt

Gates hat eine solche Rückkehr mittlerweile mehrmals ausgeschlossen. Zudem widmet er sich seit einigen Jahren einer Reihe von humanitären Projekten, an welchen sich die "Bill & Melinda Gates"-Stiftung beteiligt.

Kite

Zuletzt stellte man das Projekt "Kite" vor. Dabei handelt es sich um einen Sticker, der an der Kleidung angebracht wird und den Träger mit Hilfe ungiftiger Stoffe bis zu 48 Stunden für Moskitos "unsichtbar" machen soll. Damit möchte man zur Malaria-Prävention beitragen.

Nun sammelt man per Crowdfunding Geld, um die Patches in Uganda einem Probelauf unterziehen zu können. Bereits nach wenigen Tagen konnte man das Spendenziel von 75.000 Dollar auf Indiegogo erreichen und den Betrag mittlerweile mehr als verdoppeln.

Rückkehr nicht nötig

Auch bei Gates letztem Auftritt im Rahmen des Microsoft Research Faculty Summit war Gates, so Foley, ganz der Stiftung gewidmet. Freilich muss ihm auch das Wohlergehen von Microsoft am Herzen liegen, trägt dies doch zur Finanzierung der Stiftung bei, dafür benötigt es aber keinen Wiedereinstieg in tägliche Angelegenheiten, auch wenn manche Investoren und Analysten dies gerne hätten.

Microsoft ist trotz aller Probleme weiterhin ein sehr profitables Unternehmen und erwirtschaftete im vergangenen Quartal knapp fünf Milliarden Dollar Gewinn.

Zeit für neues, wenn Ballmer abtritt

Das Unternehmen hat sich im Laufe der Jahre seit Gates' Abgang auch gewandelt. Und erst vor kurzem hat Firmenchef Ballmer einen großen Unternehmensumbau eingeleitet. Abteilungen wurden neu geordnet, zusammengelegt und die Verantwortlichkeiten geändert. Sollte Ballmer einmal abtreten, ist es Zeit für ein neues Management, das Ruder zu übernehmen, statt in die Vergangenheit zurückzukehren. (red, derstandard.at, 24.07.2013)

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    Dass der ehemalige CEO sich wieder in den Chefsessel schwingt, gilt als nahezu ausgeschlossen.

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