Güssing-Pleite stellt Förderungen infrage

24. Juli 2013, 09:00
40 Postings

Die Biomassenutzung solle nicht mehr ausgebaut werden, fordert der Chef der Regulierungsbehörde E-Control, Walter Boltz

Wien - Wieder sorgt eine Insolvenz in Österreich - diesmal jene der Biomasse-Kraftwerk Güssing GmbH - für Aufregung, auch wenn diesmal nur wenige Mitarbeiter betroffen sind. Eine Debatte über Subventionen für Biomasse- und Biogasanlagen, scheint zu entstehen. "Die Biomassenutzung soll nicht mehr ausgebaut werden", sagte Walter Boltz, Chef der Regulierungsbehörde E-Control, am Dienstag in der "ZiB 2" des ORF-Fernsehens.

Fragliche Geldspritzen

Es gebe inzwischen wohl die Erkenntnis, dass Holz zuerst einer stofflichen Nutzung zugeführt werden müsse, sagte Boltz. Ob man bis 2015 in Österreich das Ziel eines 15 Prozent hohen Anteils an Alternativenergien erreichen könne, bezweifelte Boltz, aber es sei möglich. Bis 2020 seien die Klimaziele mit Ökostrom sehr wohl erreichbar. "Aber wohl mit einem geringeren Anteil Biomasse und -gas daran."

"Güssing ist nur die Spitze des Eisberges", meinte Boltz in Anspielung auf diese Insolvenz in Zusammenhang mit "enormen Förderbeträgen" und weiteren Biomasse- und Biogasanlagen, die in Österreich stillstehen. Seit 2002 seien 1,2 Milliarden Euro alleine in die Biomasse geflossen.

"Die Güssinger waren sehr geschickt im Anzapfen von Fördermitteln. Anlagen, die permanent Subventionen benötigen, sind keine gute Idee", sagte Boltz bereits zum Standard. "Da ist es besser, man sperrt zu."

Schade um das Holz

Holz sei als Rohstoff zu teuer um es direkt zu verbrennen, sagte Boltz. Die Papierindustrie befindet sich seit Wochen in Österreich mit dem selben Thema auf den Barrikaden.

Auch sei das "Beispiel Güssing nicht duplizierbar", so Boltz, und daher nicht auf andere Gemeinden umzulegen, wenn es für den Ort im Burgenland mit seiner Positionierung samt Forschungszentrum ein Erfolg sei.

Vom Forschungszentrum hieß es indes indes in der ZiB 2, man sorge sich bereits um das Produktgas, das vom Werk zu den Wissenschaftern geleitet wird. Dafür sprach Masseverwalter Peter Hajek sen. von potenziellen Investoren, die möglicherweise in Güssing einspringen könnten - ohne Namen zu nennen. (APA, 24.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Raps ist einer der Kandidaten für die Energiegewinnung.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Arnold Schwarzenegger ist jedenfalls ein Fan von Güssing. Hier mit dem Ex-Bürgermeister Peter Vadasz (rechts).

Share if you care.