Banken sollen Alu-Preis künstlich erhöht haben

24. Juli 2013, 13:04
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Das Leichtmetall soll künstlich lange in Lagern gehalten worden sein, um es zu verteuern. Goldman Sachs weist Vorwürfe zurück

New York - In den USA müssen sich Banken und Rohstoffhändler auf eine Untersuchung der Aufseher im Metall-Lagergeschäft einstellen. Hintergrund sind Beschwerden von Metall-Verbrauchern wie dem Softdrink-Hersteller Coca-Cola und dem Brauereikonzern MillerCoors über angeblich überhöhte Preise. Die Wall-Street-Banken Goldman Sachs und JPMorgan Chase sind die größten Spieler im Geschäft. Erstere hat am Dienstag bekundet, nichts mit Manipulation tun gehabt zu haben.

Warnschuss

Und so soll die Preistreiberei funktionieren: Man schiebe das Aluminium monatelang zwischen großen Lagerhallen hin und her. Damit umgeht man nicht nur Mindestausliefermengen. Das kostet auch Geld, das dann als Aufschlag den Preis empfindlich verteuert. Für 1.000 Dosen werden nun zwei Dollar mehr fällig. Bei jährlich 90 Milliarden Dosen bedeutet das alleine in den USA Mehrkosten von rund 180 Millionen Dollar (136 Millionen Euro) im Jahr.

Die zuständige Aufsichtsbehörde CFTC forderte vergangene Woche Firmen in Schreiben dazu auf, E-Mails und Dokumente aufzubewahren, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Eine sprach von einem "Warnschuss" vor einem voraussichtlichen formellen Verfahren.

Milliarden auf dem Spiel

Die Metallverbraucher rund um MillerCoors gaben am Dienstag in einer Anhörung vor dem US-Senat an, dass ihnen durch die Manipulationen weltweit Mehrkosten von drei Milliarden Dollar (2,27 Milliarden Euro) entstanden seien. Laut Schätzungen der "New York Times" sollen die Konsumenten rund fünf Milliarden Dollar in den vergangenen drei Jahren zu viel bezahlt haben.

Auf der anderen Seite haben alleine Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan im vergangenen Jahr vier Milliarden Dollar mit Rohstoffen verdient. Und das dürfen sie erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit. Ausnahmeregelungen der US-Notenbank Federal Reserve und großzügige Regulierungen des US-Kongresses haben es den Banken in den letzten Jahren erlaubt, große Summen in Infrastrukturprojekte wie Warenhäuser, Pipelines, Raffinerien, Hafenanlagen und riesige Tankerflotten zu investieren.

Und nach dem Aluminium fällt das Auge der Banken nun auf Kupfer. JPMorgan und der Finanzinvestor BlackRock wollen 80 Prozent des am Markt verfügbaren Metalles aufkaufen und in einem Fonds bündeln. Die Wertpapieraufsicht SEC hat das Projekt bereits durchgewunken. (Reuters/red, derStandard.at, 24.7.2013)

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    Man schiebe das Aluminium monatelang zwischen großen Lagerhallen hin und her. Das kostet Geld, das dann als Aufschlag den Preis empfindlich verteuert.

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