Comeback der Formel 1 in Spielberg: Vorsichtiges "Ring frei"

Kommentar23. Juli 2013, 19:41
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Wenn alle Umweltauflagen eingehalten werden, steht einem Grand Prix nichts im Wege - im besten Fall könnte das Land sogar sparen

Wenn sich in der Steiermark vom roten Landeshauptmann über den schwarzen Wirtschaftslandesrat abseits alle euphorisch über ein Event von "globaler Bedeutung" begeistern, kriegt man es reflexartig mit der Angst zu tun. Zu sehr erinnert das etwa an den Jubel über die Ski-Weltmeisterschaft in Schladming, die den Steuerzahler letztlich viel mehr kostete, als irgendwem lieb sein kann. Auch für die umstrittene Militärflugshow Airpower im Aichfeld machten die Sparefrohs, die die Steiermark sonst mit eng geschnalltem Gürtel regieren, heuer wieder ohne weiteres 800.000 Euro locker. 

Doch angesichts der Nachricht, dass die Formel 1 in die Steiermark zurückkehrt, muss man sich nicht gleich fürchten. Nüchtern betrachtet könnte das tatsächlich ein Nutzen für die Tourismusregion Aichfeld sein. Nüchtern betrachtet war auch immer klar, dass ein talentierter Geschäftsmann wie Dietrich Mateschitz nicht nur für vergleichsweise kleine Veranstaltungen über Jahre Geld in das Areal und die touristische Infrastruktur pumpt. 

Das Land hat einen Vertrag mit Red Bull geschlossen, der es verpflichtet, bis 2067 eineinhalb Millionen Euro pro Jahr für Instandhaltungskosten zu leisten. In Jahren, in denen ein Grand Prix vor Ort stattfindet, muss das Land diese nicht zahlen. Im besten Fall könnte man also sogar sparen. Wenn auch alle Umweltauflagen eingehalten werden, steht einem vorsichtigen "Ring frei" nichts im Wege. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 24.7.2013)

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