US-Firmen leiden unter Eurokrise und China

23. Juli 2013, 17:39
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Die maue Konsumlaune in Europa und China drückt auf den Umsatz und den Aktienkurs der US-Unternehmen

Wien - Wenn in den USA die Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren, dann ist das auch für Börsianer eine heiße Phase. Denn für viele Händler ist die Erwartung der Analysten wichtig und ob die Unternehmen mit ihren Zahlen diese erfüllen oder eben nicht.

Durch die Bank schlecht

Die so genannte "earnings season" für das zweite Quartal läuft bereits. Allein in dieser Woche legen 157 Unternehmen aus dem US-Index S&P 500 ihre Zahlen vor. Unter den bisher präsentierten Zahlen waren bereits große Namen dabei. Google, Microsoft, SAP, McDonalds, Coca-Cola.

Was sich bei vielen Werten zeigt: Die Technologiebranche hat bisher stark enttäuscht und defensive Konsumwerte haben auch schon bessere Zeiten erlebt. Was die Werte eint, ist ihr Grund für die Wachstumsschwäche. Der lautet derzeit nämlich immer öfter: China und Europa. Die sich einbremsende Konsumlaune in diesen Regionen wirkt sich auf die US-Konzerne aus. "Vor allem multinationale Konzerne bekommen diese Entwicklung zu spüren", sagt Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin der UniCredit Private Banking.

Gerade in China lag das Wirtschaftswachstum unter den Erwartungen. Dem erhofften Plus bei den Importen von acht Prozent stand letztlich ein Minus von 0,7 Prozent gegenüber. "Der Übergang von einer exportgetriebenen Wirtschaft zu einer konsumgetriebenen geht eben nicht von heute auf morgen", sagt Rosen-Philipp.

Am Ende mit Sparlatein

Noch konnten viele Unternehmen zwar beim Gewinn Steigerungen verbuchen, was den Konzernen zu schaffen macht, ist der mitunter starke Umsatzrückgang. Denn der wirkt sich letztlich auch auf den Gewinn aus. "Irgendwann ist die Phase vorbei, in der man durch Kosteneinsparungen oder mit Premiumprodukten den Gewinn trotz Umsatzrückgang ankurbeln kann", sagt Rosen-Philipp.

Ob die US-Konsumenten die Umsatzschwäche ausgleichen können, ist offen. Denn Bemühungen, etwa des New Yorker Bürgermeisters, die Bechergrößen bei Softdrinks zu beschränken, werden den Umsatz von Fastfood-Ketten wohl nicht förderlich sein.

Geht es nach den Erwartungen der Analysten, soll in der zweiten Jahreshälfte alles besser werden. Experten erwarten für das dritte Quartal ein Gewinnwachstum von 8,4 Prozent (für das zweite Quartal waren es 2,6 Prozent) und für das vierte Quartal sogar 12,8 Prozent. Zur Einordnung: Das Gewinnwachstum hat in den vergangenen vier Quartalen im Schnitt fünf Prozent betragen. "Ob sich die Hoffnungen für das zweite Halbjahr erfüllen, ist die große Frage im Markt", fasst Rosen-Philipp zusammen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 24.7.2013)

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