Politkowskaja-Mord: Sohn beklagt mangelnde Aufklärung

23. Juli 2013, 16:32
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Neues Verfahren für Mittwoch angesetzt

Moskau - Sieben Jahre nach dem Mord an der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja hat deren Sohn einen mangelnden "politischen Willen" bei der Aufklärung der Bluttat beklagt. "Der Fall meiner Mutter ist immer noch nicht bis zum Ende aufgeklärt", sagte Ilja Politkowski in einem Interview der Zeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag. Die Ermittlungen zum Auftraggeber des Mordes an der Reporterin der Zeitung "Nowaja Gaseta" seien "schwach".

Der Tod der scharfen Kritikerin von Kremlchef Wladimir Putin, die am 7. Oktober 2006 erschossen wurde, hatte international Entsetzen ausgelöst. In Untersuchungshaft sind der mutmaßliche Mörder sowie vier weitere Tatverdächtige. Sie beteuern ihre Unschuld.

Zum neuen Verfahren, das an diesem Mittwoch angesetzt ist, sagte Politkowski, dass in den Prozessunterlagen der Name des Drahtziehers fehle. Russische Ermittler gehen von einer tschetschenischen Spur aus. Politkowskaja hatte aus dem früheren Kriegsgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus berichtet. Nach mehreren gescheiterten Versuchen bestimmte das Moskauer Stadtgericht am Dienstag zwölf Geschworene für das Verfahren, wie die Agentur Interfax meldete.

Hauptzeuge der Anklage ist ein zu elf Jahren Haft verurteilter Ex-Polizist, der die Mordwaffe besorgt und gegen die Beschuldigten ausgesagt hatte. In einem ersten Prozess waren vier Angeklagte 2009 aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. (APA, 23.7.2013)

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