Uli Hoeneß: Ein Präsident und sein Cup

23. Juli 2013, 16:31
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Bayern München spielt am Mittwoch gegen Barcelona. Für den Bayern-Präsidenten, aber auch für Pep Guardiola ist es ein besonderes Spiel

München - Uli Hoeneß meidet wegen seiner Steuer-Affäre seit Wochen die Öffentlichkeit, doch am Mittwoch steht der Präsident von Bayern München unweigerlich im Mittelpunkt - aber immerhin nicht alleine. Beim "Uli-Hoeneß-Cup" sind auch viele Augen auf Trainer Pep Guardiola gerichtet, für den es beim Duell gegen den FC Barcelona (18.30 Uhr, ZDF) ein Wiedersehen mit dem Ex-Klub gibt.

Nach den jüngsten Scharmützeln zwischen Guardiola und den Katalanen verneinte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch einmal extra angebliche  Spannungen mit Barca. So etwas gebe es "überhaupt nicht. Die beiden Klubs hätten ein sehr gutes Verhältnis, anders wäre es auch nicht möglich gewesen, den Thiago-Transfer praktisch übers Wochenende abzuwickeln.

Dass es trotzdem ein "ganz spezielles Spiel" für Guardiola sein wird, muss der 42-Jährige nicht betonen. Immerhin hatte er in vier Jahren mit den Katalanen, die in München noch ohne ihren neuen Trainer Gerardo Martino antreten werden, 14 Titel gewonnen: "Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen werde".

Bei Bayern alles wie geschmiert

In seinen ersten vier Wochen in München hat Guardiola bereits viel bewegt. Das Duell mit der Nummer eins der Weltrangliste soll ein weiterer wichtiger Test auf dem Weg in eine womöglich noch erfolgreichere Zukunft der Münchner werden, die dann am Samstag gegen Dortmund beim Supercup ihr erstes Pflichtspiel bestreiten werden.

Die Neugier wächst, zu sehen mit welcher taktischen Formation Guardiola den Triple-Sieger noch flexibler und noch unberechenbarer machen will. Die Stars geben sich offenbar lernwillig und halten ihre Eitelkeiten zurück. Durch die Maßnahmen des Trainers sei der FC Bayern "für die gegnerischen Mannschaften in Zukunft fast nicht mehr auszurechnen", schwärmt Rummenigge. Man müsse mit noch "weniger Berührungen spielen", fordert Guardiola.

Erinnerungen an Demontage noch frisch

Barca, das interimistisch wieder von Jordi Roura betreut wird, hat vor der Standortbestimmung dagegen Sorgen. Nach dem tragischen Aus von Vilanova müssen die Katalanen den neuen Mann Martino so schnell wie möglich als neuen Trainer integrieren. Neben dem Argentinier fehlt in München auch Neuzugang Neymar. Dafür will Barcelona in der Allianz Arena sein neues Auswärtstrikot präsentieren, das in den katalanischen Nationalfarben gelb-rot gehalten ist. Außerhalb Kataloniens wird diese Wahl als politische Stellungnahme gewertet.

Auch sportlich hat die Partie durchaus Brisanz. Zu frisch ist die Erinnerung an die Demontage der Katalanen im Semifinale der Champions League durch die Münchner. "Die Art und Weise, wie der FC Bayern uns rausgeworfen hat, war für uns sehr schmerzhaft", hatte Lionel Messi erst vor angemerkt. Die Gemütslagen hüben und drüben könnten also unterschiedlicher kaum sein. 

Uli Hoeneß jedenfalls soll am Mittwoch dem Sieger "seine" Trophäe übergeben. Es sei eine "große Ehre" für ihn, "dass mit dem FC Barcelona ausgerechnet unser Gegner des Champions-League-Halbfinales in die Allianz Arena kommt. Besser geht es nicht", ließ er in einer Presseerklärung ausrichten. Besonders freue er sich aber, dass der sämtliche Erlöse aus der Veranstaltung sozialen Zwecken zukommen. (sid/APA/red, derStandard.at, 23.7.2013)

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    "Besser geht es nicht": Uli Hoeneß wird auftauchen.

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