Leitbörsen in Fernost schließen fester

23. Juli 2013, 12:35
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Tokio - Die Leitbörsen in Fernost haben am Dienstag im Plus geschlossen, vor allem in Hongkong und am chinesischen Festland gab es nach Aussagen des Ministerpräsidenten Li Keqiang kräftige Aufschläge. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 498,92 Zähler (plus 2,33 Prozent) auf 21.915,42 Einheiten. Der Shanghai Composite legte um 39,12 Punkte oder 1,95 Prozent auf 2.043,88 Punkte zu.

Der Nikkei-225 Index in Tokio verteuerte sich um 120,47 Zähler oder 0,82 Prozent auf 14.778,51 Punkte. Ähnlich lief es in Singapur und Sydney. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.253,76 Zählern mit einem Plus von 19,41 Punkten oder 0,60 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney stieg um 15,7 Zähler oder 0,31 Prozent auf 5.004,60 Einheiten.

Die Börsen in Asien waren klar von Gewinnern dominiert. Sie profitierten laut Händlern von Aussagen des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang, wonach für die chinesische Wirtschaft kein Wachstum unterhalb von sieben Prozent toleriert werde. Das sorgte bei den Anlegern für Zuversicht.

Zuletzt hatten Sorgen um das chinesische Wirtschaftswachstum wiederholt für Nervosität an den Märkten gesorgt. Börsianer bezweifelten, ob die neue chinesische Führung dem Wirtschaftswachstum so viel Bedeutung beimessen werde wie vom Markt erhofft.

Die größten Kursgewinne gab es im Banken- und Immobiliensektor. Aktien von Chinas größter Bank, ICBC, kletterten in Hongkong um 4,94 Prozent auf 5,10 Dollar. China Construction Bank stiegen 4,78 Prozent auf 5,70 Dollar. China Overseas Land & Investment legten um 4,12 Prozent auf 21,50 Dollar zu.

ZTE-Aktien sprangen 19,52 Prozent in Höhe. Der Smartphone-Hersteller und -zulieferer hatte zuvor seinen Halbjahresgewinn überraschend um 23 Prozent auf 302,3 Mio. Yuan (37,5 Mio. Euro) gesteigert.

In Japan sieht die Regierung Fortschritte im Kampf gegen die seit Jahren grassierende Deflation. Die Konjunktur sei insgesamt in einem besseren Zustand als noch vor einem Monat und gewinne an Schwung, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht der Regierung für Juli. Die Deflation, also sinkende Preise, lasse allmählich nach. Die aggressive Geldpolitik sowie massive staatliche Investitionen würden Wirkung zeigen, folgerte die Regierung.

Für Regierungschef Shinzo Abe dürfte der Bericht gelegen kommen. Abe hat sich die Wiederbelebung der schleppenden Konjunktur auf die Fahnen geschrieben und dafür seine nach ihm benannte Wirtschaftspolitik ("Abenomics") eingeleitet. Erst am Sonntag hatte Abes Koalition die Oberhauswahlen gewonnen und damit Rückendeckung von der Bevölkerung erhalten. Nach dem Wahlsieg kündigte Abe Wirtschaftsreformen wie dem umstrittenen Beitritt zu einem asiatisch-pazifischen Freihandelsabkommen und eine Anhebung der Verbrauchssteuer an.

Der Stahlwert Nippon Steel kletterte in Tokio um 3,34 Prozent auf 3,09 Yen, nachdem die Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet hatte, dass sich Nippon Steel mit Toyota geeinigt habe, die Stahlpreise um 10 Prozent anzuheben. Das wäre die erste Preiserhöhung seit zwei Jahren. Toyota-Aktien notierten um 0,15 Prozent tiefer bei 6.480 Yen.

Unter den japanischen Topwerten lag auch der Mobilfunker Softbank mit einem Kursgewinn von 5,08 Prozent auf 6.820 Yen. Das Schlusslicht im Nikkei-225 markierten die Tepco-Aktien mit einem satten Abschlag von 6,69 Prozent auf 656 Yen.

In Sydney zogen die Minenwerte an, nachdem auch die Preise für Rohmetalle zulegten. BHP Billiton stiegen um 1,11 Prozent auf 34,50 australische Dollar. Für Newcrest Mining ging es nach einer Goldpreisrally satte 5,44 Prozent nach oben. (APA, 23.7.2013)

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