Entzündliches Rheuma erhöht Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

23. Juli 2013, 12:31
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Experten raten Betroffenen zu Raucherentwöhnung, Gewichts- und Blutzuckerkontrolle

Auch wenn die rheumatoide Arthritis (RA) heutzutage weitaus besser behandelt werden kann als noch vor einigen Jahren, so sterben RA-Patienten im Durchschnitt dennoch fünf bis zehn Jahre früher als Nicht-Betroffene. Ein Grund für die geringere Lebenserwartung sind Begleiterkrankungen von Herz und Gefäßen, an denen Menschen mit entzündlichem Rheuma doppelt so häufig leiden wie gesunde Menschen.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wird bei RA-Patienten ein Herzinfarkt zweimal so häufig nicht erkannt. Außerdem erleiden sie doppelt so oft einen plötzlichen Herztod. "Am besten beugen RA-Patienten Gefäß-Komplikationen vor, indem die Krankheitsaktivität therapeutisch unterdrückt wird", betont Hanns-Martin Lorenz, Tagungspräsident der DGRh vom Universitätsklinikum Heidelberg. 

Risikofaktoren vermeiden

Darüber hinaus sei es wichtig, dass sie alle anderen Risikofaktoren für eine Herzerkrankung oder eine Arteriosklerose vermeiden. Dazu gehört insbesondere das Rauchen, das nicht nur die Arthritis verschlimmert und schwieriger einstellen lässt, sondern auch das Risiko für einen Herzinfarkt bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen mehr als verdoppelt.

Außerdem sollten Betroffene ein normales Körpergewicht anstreben. Denn das sogenannte metabolische Syndrom – Übergewicht in Verbindung mit Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und Insulinresistenz – ist bei RA-Patienten weit verbreitet. "Hinzu kommt, dass viele keinen oder zu wenig Sport treiben", mahnt Lorenz.

All dies erhöhe die Gefahr, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Der Rheumatologe empfiehlt die vorbeugende Behandlung sämtlicher Risikofaktoren: Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle, Cholesterinsenkung, Bekämpfung von Adipositas sowie eine Raucherentwöhnung.

Ferner rät Lorenz bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, zu einem möglichst geringen Einsatz von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und Glukokortikoiden. Diese Medikamente wirken bei RA-Patienten zwar entzündungshemmend und schmerzlindernd, sie stehen aber auch unter Verdacht, das kardiovaskuläre Risiko zu erhöhen.

Neue Therapieansätze

In einem Fachartikel, der Anfang September 2013 in der "DMW - Deutsche Medizinische Wochenschrift" erscheinen wird, verweisen die Münchener Autoren darauf, dass neben RA auch weitere chronische Entzündungen mit einer erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfall-Gefahr einhergehen.

Am Beispiel der Arteriosklerose beschreiben sie neue Therapieansätze, die sowohl anti-entzündlich wirken als auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können.

Wie Rheuma-Patienten vor Folgeerkrankungen am besten geschützt werden können, ist Thema des DGRh-Kongresses im Herbst und auch der Kongress-Pressekonferenz, die am 19. September 2013 von 11.00 bis 12.00 Uhr in Mannheim stattfinden wird. (red, derStandard.at, 23.7.2013)

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