Europas Leitbörsen im Plus

23. Juli 2013, 18:10
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Europas Leitbörsen drehen bis Handelsschluss ins MinusAktienmarkt/Euro Stoxx 50 - Euro Stoxx 50/Deutschland/Marktbericht - US-Daten trüben Stimmung - Telekombranche im Fokus - KPN will Deutschland-Tochter E-Plus an Telefonica abstoßen - Technologie-Aktien unter Druck

Frankfurt am Main (APA)

Die positiven Vorgaben aus Asien stützten am Dienstag die Aktienbörsen in Europa, am Nachmittag nahmen allerdings die schwächer als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA überhand. Der Euro-Stoxx-50 drehte kurz vor Handelsschluss ins Minus und beendete den Tag mit minus 0,09 Prozent bei 2.722,90 Zählern.

Die Leitbörsen profitierten laut Händlern von in Staatsmedien veröffentlichten Aussagen des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang, wonach für die chinesische Wirtschaft kein Wachstum unterhalb von sieben Prozent toleriert werde. Zuletzt hatten Sorgen um das chinesische Wirtschaftswachstum wiederholt für Nervosität an den Märkten gesorgt.

Neue Konjunkturdaten aus Europa bewegten kaum. Der Anstieg des INSEE-Geschäftsklimas in Frankreich um zwei auf 95 Punkte lieferte laut Marktbeobachtern allerdings eine positive Indikation für die am morgigen Mittwoch erscheinenden Einkaufsmanagerindizes. Am Nachmittag trübte sich die Stimmung nach schwachen Konjunkturdaten aus den USA ein. Sowohl der FHFA-Hauspreisindex als auch der Richmond-Fed-Index fielen schwächer als erwartet aus.

Für Aufsehen sorgte der niederländische Mobilfunkkonzern KPN, der seine Deutschland-Tochter E-Plus für 5 Milliarden Euro in bar und 17,6 Prozent der Aktien an Telefonica Deutschland an den spanischen Telekomriesen Telefonica abtreten will. KPN-Aktien schlossen in Amsterdam mit 2,83 Prozent im Plus bei 1,85 Euro - beim Handelsstart sprangen KPN noch um 11,44 Prozent nach oben. Telefonica-Papiere notierten in Madrid mit plus 2,29 Prozent bei 10,29 Euro.

Der geplante Verkauf von E-Plus überlagerte den heftigen Gewinneinbruch bei KPN im zweiten Quartal. Unterm Strich verdiente KPN mit 108 Mio. Euro um 68 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Telekombranche war vor den Banken mit Abstand stärkster Sektor im Euro-Stoxx. An der Index-Spitze im Euro-Stoxx-50 thronte zum Handelsschluss die Aktie des spanischen Banco Bilbao mit einem Plus von 3,43 Prozent bei auf 6,66 Euro.

Stahlwerte legten nach Preiserhöhungen von japanischen und chinesischen Stahlproduzenten zu. ArcelorMittal gewannen 1,73 Prozent auf 9,84 Euro. Technologiewerte hingegen setzten ihre jüngste Talfahrt fort. STMicro sackten nach Zahlen um mehr als zehn Prozent ab. Europas größter Halbleiterhersteller hatte im zweiten Quartal überraschend einen Verlust verzeichnet. Die Aktien des Chipindustrie-Ausrüsters ASML verbilligten sich daraufhin ebenfalls um 0,83 Prozent auf 66,64 Euro.

Der belgische Telekomwert Mobistar, dessen Kurs gestern nach enttäuschenden Halbjahreszahlen von über 16 Euro auf unter 11 Euro eingebrochen war, setzte die Talfahrt am Dienstag fort. Die Papiere verloren 1,65 Prozent auf 10,74 Euro. Mobistar macht der Preiskampf am Heimatmarkt zu schaffen. Der Nettogewinn sank im zweiten Quartal 2013 auf 22,3 Mio. Euro, nach 54,7 Mio. Euro im zweiten Quartal des Vorjahres.

Neue Geschäftszahlen legten auch der spanische Gasnetzbetreiber Enagas und der Energieversorger Gas Natural vor. Enagas-Aktien legten 2,18 Prozent auf 19,18 Euro zu, Gas Natural stiegen um 0,17 Prozent auf 14,54 Euro. (APA, 23.7.2013)

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