Patentablauf: Die 3D-Druck-Revolution beginnt 2014

23. Juli 2013, 10:56
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Im nächsten Februar verfällt der Schutz für das Laser-Sintern

Der Einzug von 3D-Druck in die Haushalte der Welt geht nur langsam von statten. Auch wenn erste Online-Discounter derlei Geräte bereits in ihr Portfolio aufgenommen haben, ist der Preis immer noch relativ hoch und die Ergebnisse erweisen sich als verhältnismäßig unbefriedigend.

Das könnte sich aber 2014 ändern. Dann, so sagt der Design-Evangelist Duann Scott des Dienstleisters Shapeways dem Quartz-Magazin, laufen nämlich Patente aus, die das sogenannte Laser-Sintern abdecken, das billigste aller 3D-Druckverfahren, das hochauflösende Ergebnisse liefert. Geräte, die damit arbeiten, kosten im Moment noch fünfstellige Beträge. Mit ihnen lassen sich praktisch fertige Produkte herstellen.

Demokratisierung

Was dann geschehen wird, lässt sich am Beispiel "Makerbot" beobachten. Das Unternehmen wurde kürzlich vom Druckriesen Stratasys für 400 Millionen Dollar in Aktien gekauft. Nach dem Auslaufen der Patente für das vom Stratasys-Gründer Scott Crump erfundene Fused Deposition Modeling (FDM), schichtweisem 3D-Druck mit schmelzfähigem Kunststoff, engagierte sich Makerbot in der Herstellung günstiger Open Source-Drucker. Andere Firmen wiederum bieten Bausätze an, mit denen sich schon um 300 Dollar ein kleiner Drucker bauen lässt.

Wenn im Februar nächsten Jahres die Patente für Laser-Sintering fallen, folgt der nächste Schritt in der "Demokratisierung" der Technologie. Scott sagt voraus, dass genau das Gleiche passieren wird, wie schon mit FDM. Die Open Source-Bewegung wird sich der Technologie annehmen, hunderte Geräte kommen auf den Markt und der Preis sinkt rapide.

Der Unterschied: Mit Laser-Sintering können fertige Modelle in hoher Qualität gedruckt werden, die keine Nachbearbeitung mehr benötigen. Wer selbst kein Gerät der Industrieklasse besitzt, muss hier aktuell auf Dienstleister zurückgreifen, die den Druck übernehmen.

Triebfeder China

Eine wesentliche Rolle im Wandel wird China einnehmen. Die Regierung hat bereits vergangenes Jahr 32 Millionen Dollar in die Gründung von zehn Forschungszentren im Bereich des 3D-Drucks investiert. In dem asiatischen Riesenstaat dürften in Zukunft zahlreiche günstige Desktop-Drucker gebaut werden, die später ihren Weg in den Westen finden. (red, derStandard.at, 23.07.2013)

  • Makerbot gehört zu den Vorreitern der ersten Demokratisierungswelle im 3D-Druck.
    foto: makerbot

    Makerbot gehört zu den Vorreitern der ersten Demokratisierungswelle im 3D-Druck.

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