Dänemark droht aus der Walfangkommission auszutreten

22. Juli 2013, 17:31
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Grönland hatte Fangquoten für 2013 eigenmächtig beschlossen - Dänemark will "Dialog"

Kopenhagen/München - Dänemark hat angedroht, 2014 aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) auszutreten, sollte es zu keiner Einigung bei den Fangquoten für Grönland kommen. "Derzeit betreibt Grönland Piratenwalfang: Das Land besitzt keine Genehmigung zum Walfang, weil es bei der letzten Tagung der IWC den Vorschlag der Kommission abgelehnt hatte, seine Quote beizubehalten", erklärte Sandra Altherr von Pro Wildlife in einer Aussendung am Montag. 

"Das Mutterland Dänemark spielt nun seinen letzten Trumpf aus: den Austritt aus der IWC. Das ist Erpressung", zeigte sich die Artenschutzorganisation überzeugt. Dänemark hofft in dem Schreiben auf den "Dialog mit den IWC-Partnern", um zu einer Lösung zu kommen. Gleichzeitig greift die Regierung aber - in Absenz einer IWC-Walfangquote für Grönland für das laufende Jahr - auf den eigenen Vorschlag zurück, der bei der 64. IWC-Jahrestagung in Panama-Stadt keine Mehrheit gefunden hatte: nämlich insgesamt 221 Wale zu fangen.

Hintergrund

Die Bevölkerung auf der riesigen Polarinsel war für ihren Eigenbedarf an Walfleisch wie andere Ureinwohner auch vom weltweiten Fangverbot für die Meeressäuger ausgenommen. Das Angebot, die bisherige Quote von 211 Großwalen beizubehalten, hatte Grönland in Panama-Stadt ausgeschlagen. Das zu Dänemark gehörende Grönland wollte damals neun Finnwale und einen Buckelwal pro Jahr mehr fangen als bisher - mit dem Ergebnis, dass dies abgelehnt wurde und Grönland 2013 ohne Walfangquote auskommen müsste. Eine erhöhte Quote hat die Landesregierung heuer allerdings eigenmächtig beschlossen.

Die Gegner einer Quotenerhöhung für Grönland argumentieren damit, dass in Grönland für die Selbstversorgung der Inuit bestimmtes Walfleisch in Supermärkten landet und in Restaurants an Touristen verkauft wird - der Eigenbedarf an Walfleisch für die Ureinwohner müsste mit der alten niedrigeren Fangquote also übererfüllt sein. (dy, derStandard.at, 22.7.2013)

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