Hitze und Job: Rezepte gegen den Büroschweiß?

22. Juli 2013, 17:11
106 Postings

Weil es kein Recht auf hitzefrei gibt, geht es im Sommer nur um Linderung des Leids - Arbeitgeber hat eigentlich Fürsorgepflicht

Journalismus und der Sommer haben etwas gemeinsam. Bis zu einem gewissen Grad ziehen beide ihre Essenz aus Wiederholungen – thematisch auf der einen, saisonal auf anderen Seite. Und weil sie eigentlich im Dienste der Gesellschaft stehen sollten, wollen wir von Ihnen wissen, wie gut oder schlecht Sie Hitze und Job unter einen Hut bringen? Haben Sie Tipps für andere UserInnen, die das Arbeiten bei Temperaturen jenseits der 30 Grad erträglicher machen? Dann bitte posten!

Das Recht auf hitzefrei existiert ja nicht, deswegen gilt es, sich mit den Temperaturen zu arrangieren. Sind Arbeitnehmer mit Hitze konfrontiert, sinkt die Produktivität um bis zu 70 Prozent. Schon alleine aus diesem Grund sollten Arbeitgeber für ein gutes Klima sorgen. Und natürlich auch, weil sie eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Beschäftigten haben.

Klimaanlage aktivieren

Laut Arbeitsstättenverordnung muss das Unternehmen dafür Sorge tragen, dass in Räumen klimatische Verhältnisse herrschen, die dem menschlichen Organismus angemessen sind. Bei Arbeiten mit geringer körperlicher Belastung sollte die Lufttemperatur in den Räumen zwischen 19 und 25 Grad betragen, bei Arbeiten mit normaler körperlicher Belastung sollen es zwischen 18 und 24 Grad sein. Allerdings trifft diese Verpflichtung nur zu, wenn eine Klimaanlage installiert ist. Im Bedarfsfall muss diese aktiviert werden.

Ist keine Klimaanlage vorhanden, so muss das Unternehmen alle Maßnahmen ausschöpfen, die dazu geeignet sind, die Temperatur zu senken, wie es heißt. Dazu gehören etwa nächtliches Lüften, Beschatten der Fenster, Bereitstellung von Ventilatoren und alkoholfreien Getränken. Höchstgrade werden nicht definiert.

Direkte Sonneinstrahlung verhindern

Eine Verpflichtung, eine Klimaanlage zu installieren, besteht nicht. Sehr wohl verpflichtet ist der Arbeitgeber, direkte Sonneinstrahlung durch Fensterflächen zu unterbinden – etwa mit Hilfe von Jalousien. Abzuschirmen sind auch alle wärmestrahlenden Flächen, die beispielsweise durch Maschinen oder Lichtspots verursacht werden.

Geld bei hitzefrei

Eine Sonderregelung gilt seit heuer für Bauarbeiter, Zimmerer, Gipser, Dachdecker, Pflasterer und Gerüster. Also für jene, die extrem unter den hohen Temperaturen zu leiden haben. Bei plus 35 Grad Hitze kann das Arbeiten im Freien eingestellt werden. Die Entscheidung liegt beim Arbeitgeber bzw. dessen Beauftragten. Ist das der Fall, so gebührt den Arbeitern eine Entschädigung in der Höhe von 60 Prozent des Stundenlohns.

Tipps der Arbeiterkammer für Betriebe:

  • Genug trinken – Bereitstellung geeigneter alkoholfreier Getränke durch den Arbeitgeber
  • Abschattung vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Nachtabkühlung nutzen: für eine intensive Durchlüftung der Räume sorgen und zwar in der Nacht – oder in den frühen Morgenstunden
  • Lockerung eventuell vorhandener Bekleidungsvorschriften
  • Bereitstellung von Tisch- oder Stehventilatoren (Zugluft vermeiden)
  • Zurverfügungstellung von Duschgelegenheiten
  • Organisatorische Maßnahmen, wie den Arbeitsbeginn vorverlegen, die Mittagshitze meiden und zusätzliche Arbeitspausen (red, derStandard.at, 22.7.2013)
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Was tun gegen die Hitze?

Share if you care.