Mursis Familie wirft ägyptischem Armeechef "Entführung" vor

22. Juli 2013, 16:09
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Rechtliche Schritte gegen "Putschisten" angekündigt

Kairo - Die Familie des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi will Armeechef Abdel Fattah al-Sisi wegen "Entführung" vor Gericht stellen lassen. Es würden "rechtliche Maßnahmen auf lokaler und internationaler Ebene" gegen "den Führer des blutigen Militärputsches und seine Putschisten-Gruppe" unternommen, sagte Mursis Tochter Shaimaa Mohammed Mursi am Montag in Kairo. Al-Sisi und die Militärführung würden für die Gesundheit und Sicherheit ihres Vaters verantwortlich gemacht.

Mursi wird seit seiner Entmachtung durch das Militär am 3. Juli an einem geheimen Ort festgehalten. Am Montag forderte auch die EU seine Freilassung. Die Übergangsregierung in Kairo hat das bisher abgelehnt und erklärt, der entmachtete islamistische Präsident werde an einem "sicheren Ort" festgehalten. Elf Tage nach seiner Festnahme wurde er laut Justizkreisen verhört, dabei ging es um seine Flucht aus einem Gefängnis im Sommer 2011, als die Revolution tobte, die den damaligen Präsidenten Hosni Mubarak aus dem Amt trieb.

Die EU-Außenminister forderten am Montag die Freilassung Mursis und schnelle Neuwahlen in Ägypten. Zu den wichtigsten Aufgaben zähle nun neben einem Ende der politisch motivierten Festnahmen auch die Freilassung aller politischen Gefangenen, inklusive Mursis, hieß es in einer Stellungnahme. Die Minister zeigten sich "tief besorgt" über die Lage in dem nordafrikanischen Krisenland. (APA, 22.7.2013)

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    Ein Mursi-Anhänger verziert eine Laterne mit Plakaten.

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