Gars voller Buffo-Leben

22. Juli 2013, 17:38
1 Posting

"Der Barbier von Sevilla" in der Inszenierung von Karel Drgac

Figaro, ein wahrer Tausendsassa: Er betreibt nicht nur sein haariges Geschäft, er spielt Gitarre, zieht Zähne, intrigiert - und vor allem singt er! Kraftvoll, farbig - ein Vergnügen, Isaac Galan Peiro in Rossinis Der Barbier von Sevilla zu hören. Inszeniert hat wie immer der Entdecker dieser Opernspielstätte, also Gars-Intendant Karel Drgac. Der Barbier ist indes hier seine letzte Arbeit, und Drgac scheidet nicht ohne Bitternis. Im Vorjahr waren neun von elf Vorstellungsterminen verregnet, der Kartenverkauf brach ein. In der Folge wurde die kaufmännische von der künstlerischen Intendanz abgetrennt, es kam zu Unstimmigkeiten, und Drgac wurde nahegelegt, sich zurückzuziehen.

Der Barbier ist jedenfalls entzückend anzusehen, mit Salon, Küche, Vestibül, und Balkon. Die Rampe ist als Klaviatur gestaltet, und über all dem hängt ein überdimensionaler Kussmund. Und es wäre nicht Drgac, spielten nicht auch die Requisiten eine Rolle, kleine Pointen unterstreichend: Porträts von Berlusconi und Ruby, die sich auffalten; der Kleisterpinsel, mit dem Figaro seine Kunden einseift; das Taxi, in dem derselbe seinen Auftritt hat; das Harmonium, auf dem Graf Almaviva (Juraj Holly) in die Tasten greift. Oder: Der Kontrabass, auf dem Don Bartolo seine Fertigkeiten zeigt. Auch, was die Statisten angeht, ist auf der Bühne stets etwas los - dafür sorgen vor allem die stummen Rollen eines Hausdieners und einer Zofe. Opera buffa vom Feinsten! (hast, DER STANDARD, 23.7.2013)

26., 27., 28. 7., 2., 3., 4. 8., 20.00

Share if you care.