Loewe-Chef: Noch mehr Jobs gefährdet

22. Juli 2013, 14:53
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Entwicklung schlechter als erwartet - "Sind keine Gerätehersteller mehr"

Beim schwer angeschlagenen deutschen Fernseher-Hersteller Loewe stehen noch mehr Jobs auf der Kippe. Der Markt habe sich seit Jahresanfang schlechter entwickelt als erhofft, sagte Loewe-Chef Matthias Harsch dem "Spiegel". "Um die Wende zu schaffen, darf der Kostenblock für Personal gemessen am Umsatzniveau nicht steigen. Daher kann ich nicht ausschließen, dass weitere Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen", sagte er dem Magazin.

Am Dienstag hatte das Kronacher Unternehmen beim Amtsgericht Coburg Schutz vor seinen Gläubigern beantragt. Mit dem Schutzschirm im Rücken will Harsch Loewe schneller sanieren und dazu jede fünfte Stelle abbauen. Künftig will Loewe auch billigere Fernseher ab 800 Euro anbieten und seine Präsenz in Elektronik-Großmärkten ausbauen.

"Wir werden uns auf die Bediener-Software konzentrieren, Spezifikationen schreiben und das Design entwerfen."

"Letztlich will ich ein Tuning-Unternehmen werden, wie es AMG für Mercedes ist", sagte Harsch dem Magazin. "Wir werden uns auf die Bediener-Software konzentrieren, Spezifikationen schreiben und das Design entwerfen." Loewe suche einen Partner, der die Hardware liefere. "Wir sind kein Gerätehersteller mehr, das versuche ich der Firma auch auszureden", sagte Harsch dem "Spiegel" weiter. Als Partner kämen chinesische Firmen wie TCL, Changhong, Skyworth oder Hisense in Frage.

Loewe ist einer der letzten drei Vertreter der deutschen Fernsehgeräteindustrie, die lange den Weltmarkt anführte. Nach dem Abschied des niederländischen Anbieters Philips aus der Unterhaltungselektronik sind in Europa nur noch die deutschen TV-Hersteller Loewe, Metz und TechniSat sowie der dänische Konkurrent Bang & Olufsen übriggeblieben.

Anders als Loewe glaubt der fränkische Rivale Metz an eine Zukunft im kleinen Marktsegment der teuren Apparate. "Metz positioniert sich nun schon seit Jahrzehnten konsequent in der Nische und bietet hochwertige Premiumprodukte für eine Zielgruppe an, für die Werte wie Sicherheit und Vertrauen etwas bedeuten", sagte Geschäftsführer Norbert Kotzbauer der "Welt am Sonntag". (APA, 22.7. 2013)

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