Barça bestätigt Gerardo Martino als Trainer

22. Juli 2013, 20:00
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Argentinier wird Nachfolger von Tito Vilanova als Coach der Katalanen und erhält einen Zweijahresvertrag

Der neue Trainer des FC Barcelona heißt wie erwartet Gerardo Martino. Der Argentinier erhält einen Zweijahresvertrag, gab der spanische Fußball-Meister am Dienstag bekannt. Der 50-Jährige folgt Tito Vilanova nach, der vergangene Woche wegen eines Krebsleidens zurückgetreten ist. Martino hatte zuletzt den argentinischen Topklub Newell's Old Boys trainiert, bei der WM 2010 hatte er mit Paraguay das Viertelfinale erreicht.

Gerardo Daniel "Tata" Martino erblickte am 20. November 1962 im argentinischen Rosario das Licht der Welt. Seine Karriere begann der Mittelfeldspieler bei den Newell's Old Boys in seiner Geburtsstadt. Für den Verein der Primera División, der auch Heimatverein von Lionel Messi ist, kam er nicht weniger als 505-mal zum Einsatz, wodurch er zum Rekordhalter avancierte. In einer Fan-Umfrage wurde er zum besten Spieler der Vereinsgeschichte gewählt.

Mit Paraguay bei WM 2010 an Spanien gescheitert

Als Coach war er bislang vor allem in Paraguay tätig, wo er einige Vereine zu beachtlichen Erfolgen (vier Meistertitel von 2002 bis 2006 mit Libertad beziehungsweise Cerro Porteño) führte, bevor er schließlich Ende 2006 für viereinhalb Jahre das Nationalteam übernahm. Einer der Höhepunkte seines Wirkens als Trainer war die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika. Mit "La Albirroja" stürmte Südamerikas Coach des Jahres 2007 ins Viertelfinale, musste sich dort jedoch dem späteren Weltmeister Spanien 0:1 geschlagen geben. Bei der Copa America 2011 erreichte Martino mit Paraguay das Finale, der Titel blieb jedoch Uruguay vorbehalten.

Copa-Libertadores-Halbfinalist

2012 führte ihn sein Weg wieder zurück nach Rosario. Mit den Newell's Old Boys realisierte der 50-Jährige heuer die Halbfinalteilnahme bei der Copa Libertadores, der Ronaldinho-Club Atletico Mineiro verhinderte mit einem Erfolg im Elfmeterschießen allerdings Größeres.

Vor einem Monat gestand der Freund des Vaters von Messi in einem Interview mit der spanischen Sportzeitung Marca seine Bewunderung für das in Barcelona gepflegte Tiki-Taka und hob die extreme Wichtigkeit des Passspiels hervor. "Ich kann mich sehr gut mit dem Fußball von Barça identifizieren. Diese Spielweise gefällt mir am besten", so Martino.

In höchsten Tönen spricht Lionel Messi über seinen Landsmann. "Martino ist ein großartiger Trainer. Seine Mannschaften spielen schönen Fußball", sagte der vierfache Weltfußballer der argentinischen Tageszeitung "Ole" schon vor ein paar Monaten.

"Ein sehr fähiger Coach"

Jorge Raúl Solari, Trainer von Martino in den 80ern, bescheinigt dem Neo-Barça-Coach die nötige Reife für einen Wechsel nach Europa. "Gerardo ist ein sehr fähiger Coach, es war kein Unfall, dass er Paraguay-Trainer wurde und er ist längst bereit, den Sprung nach Europa zu wagen", wurde der frühere Coach von CD Teneriffa (1990-92) und von der Nationalmannschaft Saudi-Arabiens (1994) in einem Marca-Bericht zitiert.

Laut Solari war er schon als Aktiver ein ausgezeichneter Mittelfeldakteur, der das Spiel wirklich verstand. Von da her sei es kein Wunder, dass er auch als Trainer Erfolge feiern würde.

Ästhetik

Neben Teamwork und Passspiel soll auch die Ästhetik in Martinos Trainerphilosophie eine wichtige Rolle spielen. Der Argentinier bevorzugt statt eines starr taktisch geprägten Systems eine möglichst freie, kreative Spielanlage, vergleichbar mit dem Barça-Style. (Thomas Hirner, derStandard.at, 22.7.2013)

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    Als Trainer Paraguays stand Martino international im Rampenlicht.

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    Bei der WM 2010 in Südafrika scheiterte er mit "La Albirroja" im Viertelfinale an Spanien.

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