Arabische Emirate lassen Norwegerin wieder frei

22. Juli 2013, 14:31
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24-Jährige hatte in Dubei eine Vergewaltigung angezeigt und wurde darauf wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr eingesperrt

Dubai/Oslo - Eine Norwegerin, die in Dubai nach der Anzeige ihrer eigenen Vergewaltigung zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, ist begnadigt worden. Die Frau habe ihren Pass zurückbekommen und könne das Land nun verlassen, sagte der norwegische Außenminister Espen Barth Eide am Montag. Er bedankte sich via Twitter bei allen, die die Bemühungen um die Freilassung der 24-Jährigen unterstützt hatten.

Ein Gericht hatte die Frau unter anderem wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis verurteilt, wie die norwegische Nachrichtenagentur NTB vergangene Woche berichtet hatte.

Der norwegische Botschafter in Dubai, Ase Bjerke, sagte NTB, es sei noch nicht entschieden, wann die junge Frau aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Hause reisen werde. Die Frau arbeitete im Golf-Emirat Katar als Innenarchitektin. Der Boulevardzeitung "Verdens Gang" hatte die 24-Jährige gesagt, sie sei im März nach einer Feier gemeinsam mit KollegInnen auf dem Rückweg in ein Hotel gewesen. Sie sei angetrunken gewesen, woraufhin sie ein männlicher Kollege in sein Hotelzimmer gezerrt habe, statt sie in ihr eigenes zu bringen. Dort soll es zu der Vergewaltigung gekommen sein.

Als sie die Tat bei der Polizei angezeigt habe, habe man ihr gesagt: "Du weißt, dass dir niemand glauben wird." Daraufhin sei sie festgenommen worden. Sie hatte gegen das Gefängnisurteil Berufung eingelegt, das Verfahren sollte im September beginnen.

Die britische BBC berichtete, der Kollege, den die Frau angezeigt hatte und der wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs zu 13 Monaten Haft verurteilt worden war, sei ebenfalls begnadigt worden. Der 24-Jährigen sei nach dem Urteil erlaubt worden, sich im norwegischen Seefahrerzentrum in Dubai aufzuhalten. Ein Mitarbeiter dort sagte der BBC, sie sei "erleichtert und glücklich" über die Begnadigung. (APA, 22.7.2013)

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