Ein Scharner geht nicht freiwillig

22. Juli 2013, 13:23
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Der Hamburger SV legt dem ehemaligen Teamspieler den Abschied nahe, der ist von der Idee weniger begeistert

Der Hamburger SV will Paul Scharner keine Steine in den Weg legen, einen Reisenden nicht aufhalten. Trotz eines Vertrags bis 2014 soll der Niederösterreicher den deutschen Bundesligisten verlassen. Nur ist Scharner kein Reisender, ganz im Gegenteil, der ehemalige österreichische Teamspieler will seine Chance beim HSV suchen: "Ohne die bekommen zu haben, werde ich nicht freiwillig gehen."

Der Frust beim Spieler sitzt tief, im Interview mit dem deutschen Fachmagazin "Kicker" sieht er einen Zusammenhang zwischen Frust und aktueller Wadenblessur: "Jede Verletzung hat eine psychische Ursache, und das Gefühl von fehlendem Vertrauen sucht sich ein Ventil", meinte Scharner. "Somit sitzt die Entscheidung des HSV, ohne mich zu planen, in meiner Wade."

"... und jetzt soll ich gehen"

"Ich habe mich direkt nach meiner Verpflichtung 2012 am Knie verletzt, bei meinem ersten Spiel Gelb-Rot gesehen, dann wurde ich verliehen, und jetzt soll ich gehen", fasste Scharner sein Frustjahr zusammen. Nur 49 Minuten war er in der vergangenen Bundesliga-Saison für den HSV zum Einsatz gekommen.

Besonders verärgert ist Scharner, weil ihm die Hamburger noch vor einigen Wochen mehr Einsatzzeit in Aussicht gestellt hätten. "Ich hätte in England das Doppelte verdienen können. Im Mai, nach dem Pokaltriumph mit Wigan, bot mir Everton einen Dreijahresvertrag an. Aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt die Ansage, in Hamburg gehe es für alle bei null los." (APA/red, 22.7.2013)

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    "Somit sitzt die Entscheidung des HSV, ohne mich zu planen, in meiner Wade."

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