Die bisher enthüllten Überwachungsprogramme

    22. Juli 2013, 11:58
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    Seit den ersten Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden kommen immer neue Überwachungsprogramme der Geheimdienste ans Licht

    Seit den ersten Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden Anfang Juni kommen immer neue Überwachungsprogramme der Geheimdienste ans Licht. Auch deutsche Dienste waren offenbar beteiligt.

    XKeyscore: Der deutsche Bundesnachrichtendienst (Auslandsgeheimdienst) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst) setzen diese Software des US-Geheimdienstes NSA ein - so berichtet es das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Dieses System könne über mehrere Tage alle Kommunikation abspeichern, also sowohl die Verbindungsdaten (wer sprach oder mailte wann mit wem) als auch teilweise die Inhalte. Rückwirkend lasse sich so überprüfen, welche Begriffe bestimmte Personen bei Suchmaschinen eingegeben hätten. Etwa 180 Millionen Datensätze aus Deutschland wurden allein im Dezember 2012 mit XKeyscore erfasst, berichtet der "Spiegel" in Berufung auf Unterlagen von Snowden.

    PRISM (deutsch Prisma): Ein Programm des US-Geheimdienstes NSA. Die NSA habe damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf Daten von großen Internetfirmen, berichteten die "Washington Post" und der "Guardian". Der Geheimdienst könne Inhalte von E-Mails, Fotos und angehängte Dokumente von Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, AOL, Apple und dem in Europa wenig bekannten Anbieter PalTalk durchgehen. Die Firmen bestreiten, dem Geheimdienst einen direkten Draht zu ihren Servern gelegt zu haben.

    Tempora: Ein umfangreiches Programm, umgesetzt vom britischen Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ). Anders als die NSA hätten die Briten nicht die Datenschränke der Internetfirmen angezapft, sondern die Übertragungskabel selbst, berichtete der "Guardian" am 21. Juni. Diese Kabel verbinden vor allem Internetknotenpunkte in Europa und Übersee. Der GCHQ zapfe hier stündlich Unmengen von Daten ab. Die Verbindungsdaten, auch Metadaten genannt, dürften 30 Tage gespeichert werden, Inhalte der E-Mails, Nachrichten und Gespräche drei Tage. Die Daten teilt der GCHQ den Berichten zufolge mit dem amerikanischen Geheimdienst.

    Sammlung von US-Telefondaten: Der Geheimdienst hat offenbar Zugriff auf die Verbindungsdaten großer US-Telefonanbieter. So kann die NSA herausfinden, wer in den USA wann mit wem telefoniert hat. (APA, 22.7. 2013)

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