Großbritannien ebnet Weg für Porno-Filter

22. Juli 2013, 10:53
82 Postings

Der britische Premier David Cameron will gewalttätige Pornografie verbieten und die Suche danach blockieren

In Großbritannien wurde dem Konsum von Online-Pornografie regelrecht der Kampf angesagt. Der britische Premierminister soll bereits am Montag ankündigen, dass britische Internetnutzer zukünftig entscheiden müssen, ob sie Zugang zu Pornografie haben wollen oder nicht.

Filter für alle

Dies soll im Rahmen einer Initiative der britischen Regierung passieren, die sich gegen den "zerfressenden" Einfluss von Pornografie richtet. Wie der britische "The Guardian" berichtet, sollen schon Ende nächsten Jahres alle Kunden von ihren Internet-Service-Providern dazu angehalten werden, eine Entscheidung für oder gegen den Konsum von Pornografie zu treffen. Kunden, die den Provider wechseln oder erstmals einen Breitbandzugang in die Wege leiten, müssen bereits mit Ende des Jahres proaktiv den Porno-Filter deaktivieren lassen, falls dies gewünscht ist.

"Extreme" Pornografie verboten

Den Fokus in diesen Maßnahmen sieht die britische Regierung unter Cameron vorwiegend bei der Bekämpfung von Kinderpornografie. Dabei soll aber nicht nur, wie schon zuvor, der Konsum solcher Pornos illegal werden, sondern auch Pornografie der "extremen" Sorte, wie beispielsweise simulierte Vergewaltigung. Völlig illegal wird der Besitz solcher Videos und solchen Bildmaterials allerdings nur in Schottland, in England und Wales bleibt es weiterhin legal.

Gemeinsame Datenbanken

Das "Child Exploitation and Online Protection Centre" soll der Regierung dabei auch eine Liste von Suchwörtern liefern, die blockiert werden und Pädophile identifizieren soll. Als zusätzliche Maßnahme sollen sämtliche Polizeieinheiten eine Datenbank mit illegalem Bildmaterial von Kindern führen, um Pädophilen auf die Schliche zu kommen. Wie sich die britische Regierung das konkret vorstellt, ist noch nicht bekannt. Von Organisationen, die sich um das Wohl von Kindern kümmern oder sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen, werden diese Maßnahmen begrüßt.

Twitter mit neuem Tagging-System

Abgesehen von diesen Maßnahmen, soll auch der Microblogging-Dienst Twitter auf Drängen der britischen Regierung ein Tagging-System einführen, das das Posten dieser Bilder verhindern soll – mit Hilfe von Microsofts PhotoDNA-System.

Filter müssen proaktiv deaktiviert werden

Für Camerons Rede am Montag wird erwartet, dass der Premier konkrete Maßnahmen präsentiert, um auch die Kritik von sich zu weisen, auf große Worte statt Aktionen zu setzen. Die Filtermaßnahmen sollen demnach verhindern, dass auch technisch versierte Internetnutzer die Zensur umgehen – vor allem Kinder und Jugendliche. Die Filter können schließlich nur von jenen deaktiviert werden, die den Vertrag abgeschlossen haben - dies ist im Regelfall ein Erwachsener.

Warnung an Suchmaschinen-Betreiber

Cameron soll in seiner Rede zudem auch die Betreiber von Suchmaschinen auffordern, ihre Pflicht zu erfüllen und die Suche nach illegalem Material einzudämmen. "Benutzt euer großartiges Gehirn, um dem entgegenzuwirken", soll es wortwörtlich heißen. Er sieht die Suchmaschinen-Betreiber als Teil der Gesellschaft, der sich dieser Verantwortung nicht entziehen kann. (red, derStandard.at, 22.7.2013)

Links

Guardian

  • Bild nicht mehr verfügbar

    David Cameron setzt sich für stärkere Gesetzgebung ein, wenn es um den Konsum von Pornografie geht

Share if you care.