Nach Erdbeben: Bürger sollen Geschäftsviertel in Wellington meiden

22. Juli 2013, 06:13
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Laut Experten besteht eine Chance von 20 Prozent, dass in den nächsten Wochen erneut ein starkes Beben kommt

Wellington - Nach dem Erdbeben vom Wochenende haben Einsatzkräfte in Neuseelands Hauptstadt Wellington eine umfangreiche Aufräumaktion gestartet. Einige Teile der Stadt waren am Montag weiterhin abgesperrt, Rettungskräfte räumten Trümmer beiseite, Angestellte blieben aus Furcht vor einem weiteren Großbeben zuhause.

Zudem wurde dazu aufgerufen, das größte Geschäftsviertel der Stadt vorerst zu meiden. Ingenieure müssten dort zuerst Gebäude nach möglichen Schäden absuchen, teilten die Behörden am Montag mit. Im Hafen brach an der Seite eines Containerterminals ein 15 Meter breites Stück Land weg und versank im Hafenbecken.

Experten zufolge besteht eine Wahrscheinlichkeit von etwa 20 Prozent, dass Wellington binnen der nächsten Woche von einem Erdstoß der Stärke 6,0 oder noch höher erschüttert wird.

Nur geringe Schäden

Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) hatte ein Beben der Stärke 6,5 die Stadt erschüttert und etliche Straßen und Gebäude leicht beschädigt. Dennoch blieben die Schäden nach Behördenangaben eher oberflächlich. Laut Bürgermeisterin Celia Wade-Brown lagen Berichte über einige Leichtverletzte vor, insgesamt sei die Küstenstadt glimpflich davongekommen. "Wir sind sehr dankbar, ein solch massives Beben glücklich überstanden zu haben", sagte Wade-Brown.

Seit dem Beben erschütterten rund 100 Nachbeben die Stadt. Besonders deutlich spürten viele der 400.000 Einwohner im Großraum Wellington ein Beben der Stärke 5,3 Montag früh. Premierminister John Key berichtete, dass in seinem Büro einige Weinflaschen zu Bruch gegangen seien.

"Notfallvorsorge und -pläne überprüfen"

"Dies ist eine gute Gelegenheit für jeden, seine Notfallvorsorge und -pläne zu überprüfen", so Bürgermeisterin Wade-Brown. Viele Einwohner taten genau das: In den Supermärkten gingen vor allem Trinkwasserflaschen, Batterien, Kerzen und Konserven über die Geschäftstische.

Die Menschen seien verständlicherweise nervös, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes. Ein Erdbeben der Stärke 6,3 hatte 2011 in Christchurch 185 Menschenleben gefordert und Teile der Innenstadt zerstört. Ein ähnlich folgenschweres Beben ist auch in Wellington nicht ausgeschlossen. (APA, 22.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Am Hafen in Wellington wurde ein 15 Meter breites Stück Land durch das Erdbeben weggerissen.

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