Erdgas statt Diesel: Gas geben beim Brückenbau

Kommentar21. Juli 2013, 18:13
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Erdgas kann nicht mehr sein als eine Brücke zu neuen Ufern

Gegen den Schwerverkehr scheint kein Kraut gewachsen. Unser aller Wohlstand gründe auf Arbeitsteilung, heißt es ohne Unterlass. Und eine Konstellation, wo der eine das Holz beschafft, die andere die Schrauben macht und hunderte, ja tausende weitere Arbeitsschritte dazwischenliegen, bringe erhöhtes Transportaufkommen mit sich. Gegen den Lärm entlang der Transittrassen kann man Schallschutzwände aufstellen, auch wenn sie - zugegeben - hässlich sind. Gegen die Verpestung der Umwelt hilft nicht einmal das. Ein Auspuffverschluss wäre bequem, funktioniert halt leider nicht. Bleibt als einzige Lösung ein anderer, die Umwelt schonenderer Kraftstoff.

Wer diesen Weg gehen will, kommt an Erdgas schwer vorbei. Erstens gibt es sehr viel davon, zweitens ist die CO2-Bilanz deutlich günstiger als bei Rohöl oder Diesel, im besten Fall sogar neutral - etwa wenn synthetisches Gas zum Einsatz kommt. Aber auch andere Parameter sprechen für die verstärkte Verwendung von Erdgas im Schwerverkehr: weniger Stickoxid, kein Schwefel, null Feinstaub.

Dennoch kann Erdgas nicht mehr sein als eine Brücke zu neuen Ufern. Der flüchtige Stoff ist und bleibt ein fossiler Energieträger, der sich irgendwann gänzlich verflüchtigt haben wird. Wie das neue Ufer aussieht, liegt noch im Nebel verborgen. Die Forscher sind angehalten, den Nebel zu lichten. So lange zuzuwarten wäre unverantwortlich. Jetzt muss man Gas geben. (Günther Strobl, DER STANDARD, 22.7.2013)

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