Wasserausverkauf

Kolumne21. Juli 2013, 18:22
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Damit das Wasser ja nicht ans Ausland geht, kassieren Gastronomen dafür lieber gleich im Inland

Der Ausverkauf unseres Wassers gilt Populistikern als Horrorvision. Dabei birgt er gerade für die Gastronomie Zukunftsperspektiven. Während die Mehrheit unserer Wirte das kostbare, weil heimische Element noch zum Nulltarif - und damit als wert-, weil staatenloses Nasszeug - abgibt, erkennen patriotische Unternehmer nun endlich dessen Potenzial.

Im Restaurant der Marina Wien etwa wird für echtes Austrowasser längst kassiert. Nicht nur von durstigen Joggern - auch Dinnergäste, die zum Menü samt Wein eine Karaffe Wasser wünschen, werden zur Kasse gebeten.

Das ist zu begrüßen, schließlich sollten wir alles daran setzen, unser Wasser nicht ans Ausland zu verkaufen, sondern gefälligst an echte Österreicher zu versilbern - Touristen und sonstige Nichteinheimische sollen gefälligst auch Auslandswasser trinken - gibt es ja.

Wo allerdings noch Verbesserungsbedarf besteht, ist bei der Preisgestaltung: Während ein halber Liter Leitungswasser im Marina-Restaurant mit einem eher matten Euro zu Buche schlägt, werden für das vergleichsweise schmale Glas Wasser zum Kaffee bereits 50 Cent verrechnet. Aber es geht auch deutlich mehr!

Und wie: Im Café Landtmann kostet der Krug seit vergangener Woche 2,50 Euro. Der Skandal ist allerdings, dass dieses Touristen- und Politcafé unser Wasser an jeden Dahergelaufenen - und auch an Ausländer - ausgibt. Strache, übernehmen Sie! (Severin Corti, DER STANDARD, 22.7.2013)

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