Grüne fordern Energiestrategie

21. Juli 2013, 17:34
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Brunner verweist auf Erfolg bei Ökostromgesetz

Wien - Alle reden von Energiewende - "aber es reicht eben nicht, dass man ein paar Maßnahmen zusammenschreibt und dann 'Energiestrategie' draufschreibt", sagt die Umweltsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, im Gespräch mit dem STANDARD.

Zwar gebe es brauchbare Bausteine (wie den Parlamentsbeschluss vom 4. Juli, keinen Atomstrom mehr zu importieren), aber das große Gesamtbild fehle. So gehöre die Raumplanung mit einbezogen - "da geht es um die Frage: Welche Gebiete greifen wir auf keinen Fall an? Sonst gibt es bei jedem Projekt dieselbe Diskussion um den Zielkonflikt zwischen Energie und Naturschutz, wie jetzt gerade an der Schwarzen Sulm."

Seitens der EU ist vorgegeben, dass bis Juni 2014 ein Maßnahmenkatalog für Energieeffizienz vorgelegt werden muss - wobei nicht nur die Stabilisierung des Verbrauchs von 1100 Petajoule (die Österreich im Jahr 2005 verbraucht hat) festgeschrieben wird. Zudem ist gefordert, dass die Maßnahmen genau festzulegen sind und einander nicht widersprechen dürfen. Ein Energieeffizienzgesetz wäre eine der ersten großen Aufgaben für die kommende Gesetzgebungsperiode, sagt Brunner. Die derzeitige Regierung gehe das viel zu kompliziert an - und sie lasse das Kapitel Verkehr ganz außen vor: "Dort gibt es aber immer noch deutliche Zuwächse im Energieverbrauch."

Als Beispiel für einen Erfolg führt Brunner das Ökostromgesetz an, das eine Zweidrittelmehrheit braucht - und daher im Vorjahr den Grünen die Chance gegeben hat, Verbesserungen einzubauen.

Brunner: "Das ist am 1. Juli des Vorjahres in Kraft getreten, und man sieht, dass es wirkt. 223 Megawatt, das sind 27 Prozent der gesamten in Österreich installierten Windkraftleistung, sind in den letzten zwölf Monaten errichtet worden. Heuer sind noch weitere 420 Megawatt in Planung oder in Bau."

Bei der Fotovoltaik hat es im vergangenen Jahr sogar eine Verdoppelung der installierten Leistung gegeben - 117 neue Anlagen mit 176 Megawatt Leistung wurden nach dem Ökostromgesetz gefördert. Das Ziel ist allerdings noch in weiter Ferne: Bis 2020 sollen 1200 Megawatt Fotovoltaikanlagen installiert sein. Wichtig wäre allerdings, dass die Netze und Märkte auch diesen Gegebenheiten angepasst werden. (cs, DER STANDARD, 22.7.2013)

  • Lobt den Erfolg des Ökostrom-Ausbaus: Brunner.
    foto: standard/cremer

    Lobt den Erfolg des Ökostrom-Ausbaus: Brunner.

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