DFB plant Bewährung für schwere Rotsünder

21. Juli 2013, 14:29
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"Präventive statt repressive" Sanktionen bei längeren Sperren - Klopp findet die Idee "einigermaßen hohl"

Rotsperre auf Bewährung: Nach Platzverweisen könnten Sünder im deutschen Fußball künftig einen Teil der Sperre auf Bewährung absitzen. Dies erklärte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, in einem Interview mit der Welt am Sonntag.

"Mit Beginn der neuen Legislaturperiode werden wir unsere Sanktionen mehr präventiv denn repressiv ausgestalten", sagte Lorenz - also ab Oktober 2013, wenn der Bundestag in Nürnberg stattfindet. Nach seiner Einschätzung werde die neue Regelung "bei kurzen Sperren nicht greifen, aber möglicherweise in Fällen wie bei Paolo Guerrero, der wegen eines Fouls mal sieben Spiele gesperrt wurde. Da könnten dann drei davon zur Bewährung ausgesetzt werden."

In der Liga stoßen diese Überlegungen allerdings auch auf Unverständnis. "Was muss man tun, um vier Spiele Sperre zu bekommen?! Das ist eine grobe Unsportlichkeit, Tätlichkeit - ich wüsste nicht, warum man da Bewährung anwenden sollte", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp: "Bei einem Spiel finde ich das cool, weil man ja oft sagt: Das war kein Rot - dafür ist es okay. Aber bei vier Spielen finde ich es einigermaßen hohl."

Auch bei Platzsperren könne das Modell der Bewährungsstrafe angewendet werden. "Diese Möglichkeit hatten wir bislang nicht. Und die hätte in dem einen oder anderen Fall unseren Entscheidungsspielraum sinnvoll erweitert", sagte Lorenz: "Wenn ich ein Stadion schließe, kann ich das dann erst mal auf Bewährung machen. Der erzieherische Wert, auch auf die Fans, ist ein viel größerer, als wenn ich das sofort durchziehe." (sid, 21.7.2013)

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