Hedgefonds-König droht Berufsverbot

20. Juli 2013, 20:55
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Die US-Börsenaufsicht SEC will einem der legendärsten Fondsmanager Berufsverbot erteilen

New York - Die US-Börsenaufsicht SEC warf dem Wall-Street-Mogul Steven A. Cohen am Freitag vor, bei vermutlichen Insidergeschäften von zwei ehemaligen Fondsmitarbeitern weggeschaut zu haben. Die SEC will dem Milliardär, der die Hedgefondsbranche über Jahrzehnte mit aufgebaut hat, untersagen, künftig Gelder von Kunden zu verwalten. Cohen weist die Anschuldigungen zurück. Seit mehreren Jahren ermitteln die Behörden bereits gegen den Gründer des Hedgefonds SAC Capital, der rund 15 Milliarden Dollar verwaltet. Auch die Justiz ist ihm auf den Fersen.

Zur Beilegung von zwei Verfahren wegen des Vorwurfs des Aktien-Insiderhandels hatte der Fonds im März 600 Millionen Dollar gezahlt. Die Summe ist eine der höchsten, die je ein Hedgefonds zur Verfahrens-Beilegung gezahlt hat. Cohen ist in der zwei Billionen Dollar schweren Branche bestens bekannt und einer der erfolgreichsten Marktteilnehmer.

Die US-Behörden gehen momentan scharf gegen Insiderhändler vor. SAC steht dabei seit einiger Zeit im Rampenlicht. Zwei Tochterfirmen hatten sich im Rahmen eines Vergleichs mit der SEC bereit erklärt, insgesamt 615 Millionen Dollar (469,72 Mio. Euro) zu zahlen, um entsprechende Fälle aus der Welt zu schaffen. Die US-Börsenaufsicht hatte den Firmen vorgeworfen, auf Basis geheimer Informationen spekuliert zu haben.

Es ist aber das erste Mal, dass Steve Cohen persönlich belangt werden soll - wenngleich auch nicht für Insiderhandel an sich. Das Magazin "Forbes" führt Cohen auf seiner Liste der Superreichen auf Rang 117 mit einem geschätzten Vermögen von 9,3 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro, Stand März 2013). (APA, 20.7.2013)

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    Den Behörden immer ein Schrittchen voraus: Steve Cohen.

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