Gatlin: "Wir können in Moskau Schaden anrichten"

20. Juli 2013, 13:21
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Nach Spitzenzeit der US-4x100-Meter-Männerstaffel - Sieben Jahresbestmarken in Monte Carlo

Monte Carlo - Justin Gatlin schickte die doppelte Kampfansage an Usain Bolt. "Ich bin bereit für die WM. 9,94 Sekunden bei Gegenwind sind nach einer Oberschenkelzerrung nicht schlecht", kommentierte der Athen-Olympiasieger sein 100-m-Rennen von Monte Carlo. Und zur Jahres-Weltbestzeit von 37,58 mit der 4x100-m-Staffel meinte der US-Schlussläufer an die Adresse von Seriensieger Jamaika gerichtet: "Wir können in Moskau Schaden anrichten."

Fünf Tage nach dem Dopingskandal um den 100-m-Weltranglisten-Ersten Tyson Gay (USA), Ex-Weltrekordler Asafa Powell und Sherone Simpson (beide Jamaika) widersprach Gatlin der Befürchtung von Leichtathletik-Weltpräsident Lamine Diack, der erklärt hatte: "Das ist eine Katastrophe für unsere Sportart."

Der nach dem 100-m-Olympiasieg 2004 in Athen vier Jahre wegen Dopings gesperrte 31-Jährige behauptete nach seinem Sieg über sieben Gegner, die 2013 ebenfalls schon unter zehn gesprintet waren: "Das wird der Glaubwürdigkeit der Leichtathletik nicht nachhaltig schaden."

Starke Leistungen an der Cote d'Azur

Die Stars der Szene brannten im Stade Louis II ein Feuerwerk an Glanzleistungen mit sieben Jahresweltbestmarken ab. Allen voran zwei Olympiasieger von London: Asbel Kiprop machte drei Wochen vor dem WM-Auftakt in Moskau (10. bis 18. August) als 1500-m-Sieger in 3:27,72 Minuten klar, dass ihm das nächste Gold kaum streitig zu machen ist. Der Kenianer ist nun Vierter der "ewigen" Weltrangliste, nur noch 1,72 Sekunden trennen ihn vom 15 Jahre alten Weltrekord des Marokkaners Hicham El Guerrouj.

Doch die eigentliche Sensation des Rennens war Mo Farah. Der britische Doppel-Olympiasieger über 5000 und 10.000 m steigerte auf der für ihn eigentlich zu kurzen Strecke den fast 16 Jahre alten Europarekord des Spaniers Fermin Cacho um 0,14 Sekunden auf 3:28,81. "Ich war selten so happy", sagte Farah, der ab 2014 Marathon laufen will.

Für weitere Jahres-Weltbestmarken sorgten Weltmeisterin Amantle Montsho (Botswana) in einem hochklassigen 400-m-Lauf in 49,33 Sekunden, Edwin Soi (Kenia) in 12:51,34 Minuten über 5000 m und die US-Frauen in 41,75 über 4x100 m. Tschechiens Speerwurf-Europameister Vítezslav Veselý beförderte den Speer auf 87,68 m, und Frankreichs Hochspringer Renaud Lavillenie hatte nach dem Siegsprung über 5,96 m mit dem Stab drei gute Versuche bei 6,02 m. (sid, 20.7.2013)

  • Justin Gatlin schickt sich an, Usain Bolt zu fordern.
    foto: reuters

    Justin Gatlin schickt sich an, Usain Bolt zu fordern.

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