Proteste in Ägypten: Mindestens drei Tote

20. Juli 2013, 03:50
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Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten Mursi

Kairo - In Ägypten sind bei erneuten Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi drei Menschen getötet worden. Es handle sich um zwei Frauen und einen 13-jährigen Buben, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in der Nacht auf Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie seien bei Krawallen in der im Nildelta gelegenen Stadt Mansura umgekommen. Acht weitere Menschen seien verletzt worden.

Damit stieg die Zahl der seit Mursis Entmachtung durch das Militär am 3. Juli gewaltsam Getöteten auf etwa 100. Mehr als die Hälfte von ihnen starb am 8. Juli vor einer Kaserne, in der vermutlich Mursi gefangen war, im Kugelhagel der Armee. Zu Beginn dieser Woche waren bereits sieben Menschen bei Zusammenstößen der gegnerischen Lager umgekommen.

Tausende demonstrieren für Mursi

Nach den Freitagsgebeten waren landesweit Zehntausende Menschen für Mursi auf die Straßen gegangen. Am frühen Samstagmorgen warfen Armee-Hubschrauber ägyptische Flaggen über tausenden Mursi-Anhängern ab, die sich auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo versammelt hatten. Die Gefolgsleute des Islamisten fordern eine Wiedereinsetzung des Präsidenten, der demokratisch gewählt worden war. Die Armee hatte ihn aber entmachtet, nachdem Millionen Menschen gegen Mursi protestiert hatten, weil sie eine schleichende Islamisierung des Landes fürchteten. Mursi wird derzeit vom Militär an einem nicht öffentlich bekannten Ort festgehalten. (APA/Reuters, 20.7.2013)

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