Telekom: Ermittlungen auch im SPÖ und ÖVP Umfeld

19. Juli 2013, 16:07
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Nach Hochegger-Aussage Untersuchung wegen möglicher ungesetzlicher Geldflüsse via Mediaselect, White House und Echo

Wien - In der Telekom-Affäre gibt es weitere Ermittlungen wegen möglicher illegaler Parteispenden, und diesmal sind SPÖ und ÖVP betroffen. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien am Freitag. Im Fokus stehen demnach die Agenturen White House, Mediaselect und Echo. Der Lobbyist Peter Hochegger hatte zuvor im Telekom-Prozess von Zahlungen an Firmen im Umfeld der Koalitionsparteien gesprochen.

Aufs Tapet gekommen waren entsprechende Informationen bereits im Korruptions-Untersuchungsausschuss im Vorjahr. In seiner Aussage vor Gericht gab Hochegger ebenfalls Auskunft darüber: Im Fall der SPÖ-nahen Echo Werbeagentur, die 20.000 Euro offiziell für eine Studie zum Gratiszeitungsmarkt erhalten habe, bestätigte Hochegger, dass es sich dabei um eine Unterstützung des Wahlkampfs im Jahr 2006 gehandelt habe. White House und Mediaselect betrachtet er als ÖVP-nah, wobei ihm kein Zusammenhang mit Parteienfinanzierung bewusst gewesen sei. "Im Nachhinein könnte man aber vielleicht den Schluss ziehen."

Hocheggers Firma Valora hatte 2008 via White House den Jugendwahlkampf der Jungen ÖVP ("No Bubbles, no Troubles") gezahlt, wie die Miteigentümerin der Agentur im Vorjahr bestätigte. Sie habe aber nicht gewusst, dass dafür Telekom-Gelder verwendet wurden. Die Mediaselect wurde laut Hochegger für Konzepte im Bereich der Überzeugungsarbeit bei der Auftragsvergabe des Bundes bezahlt. "So wurde mir das auch von der Telekom vermittelt", sagte Hochegger, der betonte, die Beauftragung der Firmen sei ihm von der Telekom vorgegeben worden. (APA, 19.7.2013)

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