Fallende Anzeigenpreise bremsen Google

19. Juli 2013, 14:10
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Motorola belastet: 218 Mio. Euro Verlust vor Sonderposten

Mountain View - Google muss trotz eines Milliardengewinns mit fallenden Preisen für Online-Anzeigen zurechtkommen. Der Suchmaschinenprimus bekam im zweiten Quartal im Schnitt sechs Prozent weniger Geld von seinen Werbekunden überwiesen, wenn ein Nutzer auf eine Anzeige klickte. Bezahlte Suchtreffer und grafische Anzeigen etwa auf dem konzerneigenen Videoportal Youtube sind die wesentlichen Einnahmequellen des Unternehmens.

Hintergrund des Rückgangs ist die gestiegene Verbreitung von Smartphones. Denn auf diesen Geräten mit ihren kleineren Bildschirmen sind die Anzeigen generell billiger. "Klar, das mobile Geschäft hat einen Effekt", sagte Finanzchef Patrick Pichette am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Das beunruhigte die Anleger, die nicht mit einem so starken Rückgang gerechnet hatten. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 4 Prozent auf 873 Dollar (666,8 Euro). Googles Rekordlauf an der Börse wurde damit zunächst gestoppt. Zwischenzeitlich war das Papier auf bis zu 928 Dollar gestiegen, nachdem es im Mai erstmals die Marke von 900 Dollar geknackt hatte. Google ist der zweitwertvollste Technologiekonzern hinter Apple.

Konzernweit erhöhte Google den Umsatz im zweiten Quartal auf 14,11 (Vorjahreszeitraum: 11,81) Mrd. Dollar. Im angestammten Internetgeschäft steigerte das US-Unternehmen die Erlöse um 20 Prozent auf 13,11 Mrd. Dollar. Der Überschuss wuchs um 16 Prozent auf 3,23 Milliarden.

Probleme

Doch die Mobilfunksparte Motorola, die der Suchmaschinenbetreiber Mitte 2012 für 12,5 Mrd. Dollar kaufte, bereitet weiter Probleme. Der Handyhersteller, der im Wettbewerb mit Apple, Samsung und Co weit abgeschlagen zurückliegt, wies vor Sonderposten einen Verlust von 218 Mio. Dollar aus nach einem Minus von 49 Mio. Dollar ein Jahr zuvor. Motorola drückt damit die operative Gewinnmarge von Google, was Analysten Sorgen bereitet. Sie sank auf 28 Prozent von 33 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Google baut Tausende Stellen bei Motorola ab, um das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu bringen. Google-Chef Larry Page will zudem mit besseren Geräten und neuen Diensten - etwa einem Musikdienst - punkten.

Lichtblick ist Googles Betriebssystem Android, das weltweit auf mehr als 70 Prozent der mobilen Geräte installiert ist. Dahinter liegt weit hinter dem Konkurrenzprodukt iOS von Apple.

Page trotzdem zufrieden

Konzernchef Larry Page zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Abschneiden. "Google hatte ein großartiges Quartal", erklärte er am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Denn die gestiegene Zahl der Anzeigen-Klicks - immerhin ein Zuwachs von 23 Prozent - machte die geringeren Einnahmen pro Klick mehr als wett. Insbesondere im Vergleich mit Rivale Yahoo schnitt Google glänzend ab. Dort waren die Gesamteinnahmen aus der Werbung erneut gefallen.

Mit 54,4 Mrd. Dollar ist die Kriegskasse aber weiter prall gefüllt. Und so kündigte Konzernchef Page an, wie gehabt Geld in neue, mitunter auch riskante Projekte stecken zu wollen. Als Beispiel für den Erfolg eines solchen Projekts führte er das Smartphone- und Tablet-Betriebssystem Android an, das etwa Samsungs Galaxy-Baureihe antreibt. Bis heute seien mehr als 900 Millionen Android-Geräte aktiviert worden, sagte Page. Zuletzt hatte vor allem die Datenbrille Google Glass für Schlagzeilen gesorgt.

Und auch vor Zukäufen schreckt Page nicht zurück: Im Juni kaufte er die Verkehrs-App Waze für eine geschätzte Milliarde Dollar. Mit dem Dienst des Israelischen Start-ups können sich Nutzer gegenseitig über die Verkehrslage informieren. Die Übernahme von Motorola hatte 12,5 Mrd. Dollar gekostet. (APA, 19.7.2013)

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