Den Bausparkassen droht Ungemach in Kroatien

19. Juli 2013, 13:00
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Nach der Kürzung der staatlichen Prämie soll eine Schließungswelle drohen. Österreichische Bausparkassen bestreiten das

Zagreb - Den Bausparkassen in Kroatien droht offenbar eine Schließungswelle. Die kroatische Regierung hat Anfang des Jahres beschlossen, die Prämie für Bausparer zu senken. Dadurch sei das Interesse der Sparer gesunken, Bausparkassen sollen deshalb vor der Schließung stehen, berichtete die kroatische Zeitung "Poslovni dnevnik". In Kroatien vertretene österreichische Bausparkassen wie Wüstenrot und Raiffeisen wiesen ein solches Szenario am Freitag aber zurück.

Die kroatische Regierung hatte im Vorjahr beschlossen, die Prämie zu senken, und angekündigt, sie zur Gänze zu streichen. Im kommenden Jahr soll die Prämie auf fünf Prozent gesenkt werden. Offenbar bereiten sich die Bausparkassen auf die geänderten Bedingungen bereits vor: Laut der Zeitung ist die Raiffeisen Bausparkasse dabei, mit Mitarbeiterabbau und Einstellung der Marketingabteilung Kosten zu senken, und plane, sich in die gleichnamige Bank einzugliedern. Wüstenrot wende sich vermehrt Lebensversicherungen und anderen Bankenprodukten zu. Bausparprodukte bieten in Kroatien auch die Bauspartöchter der Zagrebacka banka (Unicredit), der PBZ (Societe Generale) und der Postbank (HPB) an.

"Wüstenrot hat keinen Rückzug aus Kroatien vorgesehen. Das Geschäft läuft sehr gut, sowohl im Bereich Ansparen als auch im Bereich Finanzieren. Auch die Versicherung ist über Plan unterwegs", teilte der Wüstenrot-Aufsichtsratsvorsitzende Franz Meingast schriftlich mit.

Auch Raiffeisen geht laut einer Sprecherin von einer stabilen Entwicklung aus, für einen Rückzug gebe es keinen Grund: "Die Kürzung der Bausparprämie von 15 Prozent auf 10 Prozent hat zwar die Nachfrage nach Bausparverträgen im ersten Halbjahr 2013 leicht gebremst - so liegt der Rückgang bei den Neuabschlüssen bei circa zehn Prozent -, die Entwicklung der Einlagen ist jedoch durchaus gut und entspricht dem Vorjahresniveau", so eine Sprecherin der Raiffeisen Bausparkasse in Wien. (APA/red, derStandard.at, 19.7.2013)

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    Bausparen ist für die Kroaten nicht mehr so attraktiv.

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