Duplitzer: "Bin es leid, wie ein Zirkuspferd begafft zu werden"

19. Juli 2013, 12:18
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Die Degenfechterin fordert nach "Berliner Erklärung" Taten anstelle von Worten - Lesben und Schwule werden im Sport nach wie vor gemobbt

Berlin - "Die sollen nicht so viel reden, sondern einfach mal machen", sagte die zweimalige Degen-Europameisterin Imke Duplitzer in Reaktion auf die sogenannte Berliner Erklärung gegen Homophobie. Die Sportlerin bemängelte außerdem das Fehlen von SportlerInnen bei der Veranstaltung, um die es schließlich gehe.

Vertreter des deutschen Fußballs hatten am Mittwoch die "Berliner Erklärung: Gemeinsam gegen Homophobie. Für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport" unterschrieben. Nach Ansicht Duplitzers würden lesbische und schwule SportlerInnen immer noch dieselben Erfahrungen machen wie einst die Tennis-Ikone Martina Navratilova: "Sie werden gemobbt, geschnitten, missachtet. Ich bin es einfach leid, wie ein Zirkuspferd begafft zu werden", sagte Imke Duplitzer, die ihr Coming-Out schon vor Jahren hatte.

"Schwuletten machen Eistanz. Lesben sind Kampflesben."

Die Bonnerin sieht die fehlende Toleranz im System Sport selbst begründet: "Sport ist männerorientiert, körperorientiert. Das große Problem sind Vorurteile. Es gibt einfach diese Zuweisungen. Schwuletten machen nur Eistanz. Und alle Lesben im Sport sind automatisch immer Kampflesben."

Die fünfmalige Olympia-Teilnehmerin sieht noch einen weiten Weg bis zur völligen Gleichstellung: "Es wäre zu schön, wenn es kein Thema mehr wäre, weil es völlig pumpe ist, auf welches Geschlecht man steht. Ich will nicht behandelt werden, als wäre ich normal. Ich bin normal." (sid, 19.7.2013)

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    "Ich will nicht behandelt werden, als wäre ich normal. Ich bin normal", sagt die lesbische Sportlerin Duplitzer und fordert Taten anstelle von Worten.

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