Sky: 4K könnte Ende 2014 auf den Markt kommen

19. Juli 2013, 11:26
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Manager Euan Smith: "Keine Obergrenze" für Wachstum des Senders

Größer, schneller, besser: Geht es nach Sky-Manager Euan Smith, dann hat der Bezahlsender in den kommenden Jahren noch so einiges vor. Zwar zeigt sich der Executive Vice President Product & Operations angesichts des Wachstums der vergangenen Monate durchaus zufrieden - in Österreich verzeichnete man im ersten Quartal 2013 erstmals mehr als 300.000 Kunden -, aber neue Technologien wie die HD-Weiterentwicklung 4K oder verändertes Nutzerverhalten bieten für das Unternehmen noch etliche Möglichkeiten. "Wir haben uns keine Obergrenze gesetzt. Wir werden dranbleiben, unser Produkt ständig weiter verbessern, noch mehr exklusive Inhalte hinzufügen und weiter wachsen."

"Seitens der Hersteller gibt es einen großen Hype"

In Sachen 4K hat sich Sky bereits Ende 2012 in eine Vorreiterrolle gebracht, als ein Fußballspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund für Tests in dieser Auflösung, die viermal höher als HD ist, genutzt wurde. Smith gibt im APA-Interview aber zu bedenken, dass es noch einige Probleme gibt. "Seitens der Hersteller gibt es einen großen Hype, weil sie bereits jetzt ihre Ultra-HD-Fernseher an den Mann bringen wollen. Was allerdings die Übertragungskette betrifft, gibt es noch Etliches zu lösen." Waren es bei 3D etwa neue Kamerapositionen, die zum Einsatz kamen, betrifft 4K nicht zuletzt die Set-Top-Boxen, für die neue Chips entwickelt werden müssen. Und auch die Aufnahmen selbst, etwa bei sehr temporeichen Inhalten wie einem Fußballspiel, sind zu adaptieren.

"Wenn diese Probleme gelöst sind, werden wir natürlich die Speerspitze bilden. Aber das wird nicht in den nächsten zwei Monaten passieren, wie es die TV-Hersteller derzeit gerne glauben machen wollen." Erste Demos will Sky dazu dennoch bereits Anfang September bei der Messe für Consumer Electronics IFA in Berlin zeigen. Mit der allgemeinen Markteinführung von 4K rechnet Smith Ende 2014 und auch Inhalte sollen etwa in eineinhalb Jahren vermehrt zur Verfügung stehen. "Bis dahin müssen wir noch weitere Erfahrungen sammeln, um die Technologie optimal einsetzen zu können."

"off the box"

Bedeutend schneller präsentiert sich der Innovationskreislauf hingegen im "off the box"-Bereich, also was mobile Anwendungen betrifft. Dort hat der Pay-TV-Anbieter nicht zuletzt mit Sky Go eine funktionierende Plattform, neue Kunden will man hingegen mit der Sky Sports News App ansprechen. "Denjenigen, die wir von unserem Service bisher noch nicht überzeugen konnten, bietet sich damit ein attraktiver, einfacher und preisgünstiger Einstieg, um unser Angebot kennenzulernen."

Womit man auch einem der Trends der kommenden Jahren entsprechen will. "Bis 2015 werden ca. 15 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein und Nutzern 500 Milliarden Stunden an Videoinhalten zur Verfügung stehen", gibt Smith zu bedenken. Aufgrund der Weiterentwicklung mobiler Netzwerke in Richtung LTE und 4G "wird TV-Konsum zusehends außerhalb des Wohnzimmers stattfinden. Das ist nur noch eine Frage der Zeit."

"Wir haben keine Kristallkugel, die uns sagt, was unsere Kunden in fünf Jahren wollen"

Eine Bevorzugung soll es bei Sky aber nicht geben. "Wir haben keine Kristallkugel, die uns sagt, was unsere Kunden in fünf Jahren wollen. Das soll ihre Entscheidung sein. Wir wollen aber eine Umgebung schaffen, die unseren Kunden unabhängig von Zeit, Ort und Endgerät die Sky-Erfahrung bietet." Das Ende des gemeinsamen TV-Konsums werde damit aber nicht eingeläutet, glaubt der Sky-Manager. "Große, gemeinsame TV-Erlebnisse vor dem Fernseher werden weiterhin eine Rolle spielen."

Um dies auch zu ermöglichen, setzt Sky nicht zuletzt auf ein umfangreiches Kundenservice - wobei Smith auch hier Verbesserungspotenzial ortet. "Kundenservice ist keine Wissenschaft. Es geht ums Wesentliche: Telefonanrufe und E-Mails innerhalb eines angemessenen Zeitraums und für den Kunden zufriedenstellend zu beantworten." Von den Mitarbeitern erwartet er dabei Einfühlungsvermögen und Leidenschaft, "sie müssen das Produkt verstehen und sich dafür interessieren". So will man etwa verstärkt aktiv auf Kunden zugehen, die mit technischen Problemen zu kämpfen haben. "Wenn man sich unseren Kundenzuwachs ansieht, scheinen wir wohl etwas richtig machen", verweist Smith auf einen Anteil von mehr als 40 Prozent neuer Abonnenten, die über eine Empfehlung von bereits bestehenden Beziehern zu Sky kommen. "Eine großartige Zahl." (APA, 19.7. 2013)

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