Surface-RT-Tablet entpuppt sich als Flop für Microsoft

19. Juli 2013, 07:23
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Gewinn der Windows-Sparte halbiert - Konzern fuhr trotzdem fast fünf Milliarden Dollar ein

Nun leidet auch Microsoft unter den rückläufigen PC-Verkäufen. Überdies macht das eigene Tablet Surface RT dem Konzern zu schaffen. Das Gerät hat einen schweren Stand gegen Apples iPad und die oft billigeren Android-Tablets. Microsoft legte in der Folge am Donnerstag Geschäftszahlen vor, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Nachbörslich fiel die Aktie um mehr als sechs Prozent.

Ohne größere Blessuren

Bisher hatte Microsoft die Probleme auf dem Computermarkt ohne größere Blessuren überstanden. Die neue Finanzchefin Amy Hood räumte nun aber ein, dass Microsoft von den schrumpfenden PC-Verkäufen getroffen worden sei. Denn Laptops und Desktop-PCs werden zumeist zusammen mit einem Windows-Betriebssystem ausgeliefert. Gleichzeitig gebe es aber eine "weiterhin starke Nachfrage nach Angeboten für Firmenkunden und die Cloud", so Hood.

Gewinn von fünf Milliarden Dollar

Dadurch konnte Microsoft in seinem vierten Geschäftsquartal (April bis Juni) seinen Umsatz noch um zehn Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar (15,2 Milliarden Euro) steigern. Unterm Strich stand ein Gewinn von annähernd fünf Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Microsoft wegen einer hohen Abschreibung auf die zugekaufte Online-Werbefirma Aquantive einen Verlust von annähernd einer halben Milliarde Dollar ausgewiesen.

Gewinn der Windows-Sparte halbiert

Beim tieferen Blick in die Zahlen zeigt sich, wo die Probleme liegen: Der Gewinn der Windows-Sparte halbierte sich auf knapp 1,1 Milliarden Dollar. Microsoft schrieb alleine 900 Millionen Dollar auf seine Surface RTs ab, die noch auf Lager liegen. Aus diesen Zahlen schließt IBTimes, dass Microsoft derzeit auf sechs Millionen unverkauften Tablets sitzt.

Der Konzern hatte den Preis des Windows-Tablets jüngst deutlich gesenkt, der WebStandard berichtete. Obwohl Microsoft stark auf den Erfolg seines Tablets sowie neue Versionen seiner Windows-Software gewettet hatte, zeigten sich Kunden weitgehend immun gegenüber den massiv beworbenen Produkten.

Gewinnbringer Office und Server-Software

Als gute Gewinnbringer erwiesen sich einmal mehr die Office-Büroprogramme sowie die Server-Software. Der Verlust in der Xbox-Spielesparte ging zurück.

Windows 8.1 als Hoffnung

Die Marktforschungsfirmen Gartner und IDC hatte ausgerechnet, dass die Auslieferung von PCs im vergangenen Quartal um etwa elf Prozent gefallen ist. Damit schrumpfte der Markt bereits das fünfte Quartal in Folge - die längste Schwächeperiode bisher. Die Hoffnung von Firmenchef Steve Ballmer liegt nun auf der Einführung des neuen Windows 8.1, dessen endgültige Version im August erscheinen soll. Mit Windows 8.1 kehrt auch der von vielen Nutzern schmerzlich vermisste Start-Button zurück.

Konzernumbau

Ballmer hatte erst jüngst einen großen Umbau des Managements angekündigt, um Microsoft fit für die neue Computerwelt zu machen. Beispielsweise werden künftig alle Betriebssysteme unter einem Dach entworfen; das Gleiche gilt für die Entwicklung aller Hardware. Ballmer will weg vom Image Microsofts als vornehmlichem Software-Konzern. Stattdessen legt er den Fokus auf Geräte und Services. (APA, 19.7.2013)

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    Microsoft-Chef Steve Ballmer und ein Surface-Tablet.

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