England fliegt aus dem Turnier, Unverständnis über Los-Entscheid

19. Juli 2013, 13:50
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England scheitert mit 0:3 gegen Frankreich als Tabellenletzte - Dänemark als letzter Viertelfinalist gelost

England ist die negative Überraschung bei der Frauenfußball-Europameisterschaft in Schweden. Die Inselkickerinnen unterlagen nach dem etwas unglücklichen Auftaktspiel gegen Spanien (2:3) und dem trostlosen Remis gegen Russland (1:1) im abschließenden Gruppenspiel auch den Top-Favoritinnen aus Frankreich mit 0:3 (0:1). Sie müssen damit vorzeitig die Heimreise antreten. Die Französinnen unterstrichen derweil ihre überragende Rolle im Turnier.

Frankreich stand schon vorher als Sieger der Gruppe C fest. Es kann damit theoretisch erst im Finale auf Mitfavoriten Deutschland treffen. Bereits im Halbfinale wäre ein Zusammenkommen mit den Gastgeberinnen aus Schweden möglich.

Da es im Parallelspiel zwischen Spanien und Russland ein 1:1 gabe, schaffte Spanien überraschend den zweiten Platz der Gruppe C und spielt nun im Viertelfinale gegen Norwegen. Österreichs Qualifikations-Playoff-Gegner Russland beendete die Gruppe als Dritter miz zwei Punkten. Ebensoviele hatte Österreichs anderer Qualifikationsgegner Dänemark in der Gruppe A erreicht, das Los entschied deshalb am Donnerstagabend zugunsten des Aufstiegs der Däninnen.

Frankreich beeindruckt auch im Schongang

Obwohl es für Frankreich im dritten Spiel um nichts mehr ging, übernahm es von Beginn weg das Kommando. Bei einem Stangenschuss von Eugenie le Sommer (7.) hatte das Team von Hope Powell noch Glück, zwei Minuten später netzte die Stürmerin aber zur Führung für die Equipe Tricolore ein. Die Französinnen kontrollierten das Spiel in der Folge, scheiterten aber mit mehreren Versuchen. Erst in der 62. Minute, als England gerade ein wenig mehr zu riskieren begann, sorgten die Favoritinnen für die Vorentscheidung. Louisa Necib schloss einen Abschluss mit einem Schuss in den Winkel ab. Die überragende Innenverteidigern Wendie Renard sorgte nur zwei Minuten später per Kopf für den späteren Endstand.

Los-Problematik

Dass das Los über den letzten Viertelfinalisten entschied, sorgte für Unverständnis. Am späten Dienstagabend hatte Karen Espelund, das für die Frauen zuständige Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee, vor laufenden TV-Kameras Dänemark als Viertelfinalisten gezogen. Russland hatte Pech und musste die Heimreise antreten.

Die Tordifferenz kam als Entscheidungsgrundlage nicht infrage, da so aufgrund der unterschiedlichen Spieltermine Absprachen zwischen den Teams möglich gewesen wären. Die Tordifferenz kann nur Entscheider innerhalb einer Gruppe sein, weil die abschließenden Partien zeitgleich ausgetragen werden.

Der Endrunden-Modus lässt keine andere Möglichkeit zu, um Wettbewerbs-Verzerrungen zu vermeiden. Um künftig auf das Los verzichten zu können, wird das Reglement ab der kommenden EM in vier Jahren geändert. Dann wird die Endrunde mit 16 anstatt 12 Mannschaften ausgetragen, die ersten beiden Teams jeder Gruppe werden sich für die Runde der besten Acht qualifiziern. (red, derStandard.at, 18.7.2013)

Frauen-EM, Viertelfinale

Schweden - Island

Italien - Deutschland

Norwegen - Spanien

Frankreich - Dänemark

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    Ausgetänzelt: Frankreich war für England eine Nummer zu groß.

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