Berlin fordert Strafe für Tod von Aktivist in Kamerun

18. Juli 2013, 18:20
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Auch französische Regierung bestürzt über Ermordung Lembembes - Menschenrechtsbeauftragter: Kamerun muss sich "verpflichten, gegen Homophobie vorzugehen"

Yaounde/Berlin/Paris - Der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung verlangt nach dem Foltertod des kamerunischen Journalisten und Bürgerrechtlers Eric Lembembe strafrechtliche Konsequenzen. Als "sehr mutiger" Vorkämpfer für Homosexuellenrechte habe dieser "öffentlich die Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transgender kritisiert", erklärte Markus Löning am Donnerstag in Berlin. "Die Tat muss aufgeklärt und strafrechtlich verfolgt werden." Kameruns Regierung sei "verpflichtet, gegen Hass und Homophobie vorzugehen und Menschenrechtsverteidiger zu schützen".

Willkürlicher Festnahmen und Gewaltakte

Neben Löning zeigte sich auch die französische Regierung bestürzt über "den Mord" an Lembembe. "Wir erwarten, dass die Umstände dieses Verbrechens aufgeklärt und die Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Außenamtssprecher Philippe Lalliot.

Lembembes von Folterspuren gezeichnete Leiche war am Montag in seiner Wohnung in Kameruns Hauptstadt Yaounde gefunden worden, wie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mitteilte. Genick und Füße des Aktivisten seien laut Freunden zerschmettert gewesen, Gesicht, Hände und Füße zudem mit einem Bügeleisen versengt worden. Homosexuelle werden in Kamerun immer wieder Opfer willkürlicher Festnahmen und Gewaltakte, laut Gesetz können sie mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. (APA, 18.7.2013)

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