Wertegebend im Wahlkampf

18. Juli 2013, 17:59
24 Postings

Justizministerin Karl lässt ihre Religion auch in die Politik einfließen

Es ist Wahlkampf. Ganz Österreich weiß das. Dank Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) wissen das nun auch internationale religiöse Würdenträger und Teilnehmer der interreligiösen Konferenz in Graz. Bei der Veranstaltung des Afro-Asiatischen Institutes und des Bürgermeisteramts erörtert man bis Samstag das friedliche Miteinander der Religionen und Kulturen in Europa.

Zur Eröffnung im Minoritensaal am Mittwoch sprach die Justizministerin. Warum? Weil sie Grazerin ist. Und wohl auch, weil sie die steirische Spitzenkandidatin der ÖVP ist. Karl erklärte, wie wichtig es sei, in einer "modernen Demokratie" Religion und Staat zu trennen. Selbstredend.

Einen Atemzug später sagte Karl vor Zuhörern wie Luka Girardi von der Israelitischen Kultusgemeinde und Fuat Sanaç von der Islamischen Glaubensgemeinschaft, dass ihre - also Karls - Religion wertegebend sei und "natürlich" auch in ihre Politik einfließe. Man denke nur an die Familienrechtsreform oder an ihre "klare Position, die Fremdkindadoption eben nicht für Homosexuelle zu öffnen". Falls auch Homosexuelle unter den 150 Konferenzgästen sind, wissen sie nun, was "wertegebend" heißt. (cms, DER STANDARD, 19.7.2013)

  • Sie lasse ihre Religion auch in ihre Politik einfließen, wie Justizministerin Karl in Graz erzählte.
    foto: apa/hochmuth

    Sie lasse ihre Religion auch in ihre Politik einfließen, wie Justizministerin Karl in Graz erzählte.

Share if you care.