Vorwärts Tirol vor Zerreißprobe

18. Juli 2013, 17:36
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Lindenberger will Generalversammlung anfechten

Innsbruck - Nächster Akt im Tiroler Volksstück Vorwärts gegen Vorwärts: Parteigründerin Anna Hosp lässt Klubobmann Hans Lindenberger aus Südafrika via Interview im Regionalblatt Oberländer Rundschau ausrichten, dass sie die Partei übernehmen will, sollte sich kein junges Talent für den Vorsitz finden. Hosp, früher bei der Volkspartei, lässt kein gutes Haar an Lindenberger (früher SP-Landesrat). Sie habe sich durch sein rhetorisches Talent täuschen lassen, die fachlichen Mängel Lindenbergers nicht gesehen.

Lindenberger, Klubobmann der vierköpfigen Fraktion von Vorwärts Tirol, will sich "nicht auf dieses Niveau begeben". Für ihn ist Hosps Taktik klar: "Die wollten uns so lange auf die Nerven gehen, bis einer von uns das Handtuch wirft und ein Mandat für Hosp frei wird." Die parteiinternen Streitereien, die im Rücktritt Lindenbergers als Parteichef und der Landtagsabgeordneten aus dem Parteivorstand gipfelten, haben laut Lindenberger nur einen Grund: "Die Anna will in den Landtag." Der Hosp-Flügel hat für Freitag eine außerordentliche Generalversammlung anberaumt, dort soll die Partei neu organisiert werden. Lindenberger behält sich vor, die Ergebnisse dieser Sitzung rechtlich zu beeinspruchen.

Geladen sei nur "ein ausgesuchter kleiner Kreis von neun Leuten", kritisiert Lindenberger. Hosp wiederum beruft sich auf 150 Mitglieder, die Lindenbergers Abwahl gefordert hätten. Lindenberger: "So viele Mitglieder haben wir gar nicht."

Gestritten wird bei Vorwärts auch um Geld. Hosp wirft Lindenberger Intransparenz vor, Lindenberger wiederum kontert mit dem Vorwurf, der Hosp-Flügel wolle einem befreundeten Unternehmer Geld zuschanzen. Konkret geht es um 700.000 Euro, die eine Firma für Wahlkampfdienstleistungen fordert. Lindenberger: "Dafür gibt es weder Aufträge noch Abrechnungen." Er sei nicht bereit, Steuergelder an Private zu transferieren, sagt Lindenberger. Sollte sich Vorwärts Tirol ohne den Landtagsklub neu formieren, wird es keine Parteienförderung geben. Die muss nach Tiroler Parteienfinanzierungsgesetz vom Klub beantragt werden. (Jutta Berger, DER STANDARD, 19.7.2013)

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