Tarifgespräche: Deutsche Zeitungsbranche am Verhandlungstisch

18. Juli 2013, 16:55
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Verleger hatten den Manteltarifvertrag gekündigt, sie streben einen neuen Flächentarif an - Gewerkschaften fordern auch mehr Gehalt

Frankfurt - Nach dem Aus für den Manteltarifvertrag für die rund 14.000 Zeitungsredakteure in Deutschland kommen Gewerkschaft und Verleger am Freitag (12.00) zu neuen Tarifverhandlungen in Frankfurt zusammen. Mit einem Ergebnis wird bei diesen ersten Gesprächen des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) noch nicht gerechnet. Die Verleger hatten den Manteltarifvertrag zum 31. Dezember 2013 gekündigt, sie streben einen neuen Flächentarif an. Die Gewerkschaften fordern allerdings auch mehr Gehalt.

BDZV: Umbau notwendig

Nach Ansicht von BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf ist ein Umbau des Tarifsystems notwendig. "Die Regelungen stammen aus dem letzten Jahrhundert und hatten damals ihre Berechtigung." Die Arbeitswirklichkeit in den Redaktionen habe sich in den vergangenen Jahren aber von Grund auf verändert. Nach diesem Strukturwandel müsse sich das neue Tarifwerk an einen Medienmarkt anpassen, in dem immer mehr Teilnehmer um die Aufmerksamkeit der Leser und Nutzer sowie der Werbekunden kämpften. Durch die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebe es für das Personalkostenbudget der Verlage wenig Spielraum, warnte Wallraf.

Bedingungen

Der DJV zeigte sich zwar an einer Modernisierung der Verträge interessiert, er stellte aber auch Bedingungen: "Für einen Umbau sind wir zu gewinnen, für den Abbau tariflicher Standards nicht", sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring laut Mitteilung.

Die Gewerkschaft bleibt bei ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Gehalt für Redakteure und freie Journalisten. Zumindest müsse der Anstieg aber über der Inflationsrate liegen, sagte Gewerkschaftssprecher Hendrik Zörner. Außerdem sei es mit der Arbeitswirklichkeit nicht mehr vereinbar, dass Gehälter und Arbeitsbedingungen der Print-Redakteure geregelt seien, die Kollegen der Online-Redaktionen im selben Verlag jedoch tariflos arbeiteten. (APA, 18.7.2013)

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