Grasser durch Anwalt-Aussagen belastet

18. Juli 2013, 15:19
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"Geldspur" von der Buwog über Anlageberater Wicki zu Grasser

Wien - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser wird in der Buwog-Causa durch Aussagen eines Anwalts und eines Vermögensberaters belastet, berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" laut Vorausmeldung. Demnach habe Grasser zum Anlageberater Norbert Wicki, eine zentrale Person in der Buwog-Causa, eine engere Geschäftsbeziehung als Walter Meischberger. Wicki managte die Briefkastenfirma Mandarin und deren Konto bei der Raiffeisenbank Liechtenstein. Die Wicki-Connection lege für die Polizei eine "Geldspur" von der Buwog zu Grasser, so das Magazin. Grasser hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Der frühere Anwalt von Meischberger, Gerald Toifl, sagte in seiner Aussage vom September 2012 laut "Format": "Im Laufe der Zeit verstärkte sich mein Eindruck, dass eine Geschäftsbeziehung zwischen KHG und Wicki besteht. Auf Nachfrage, wer meiner Meinung nach die größere Beziehung zu Wicki hatte - KHG oder Meischberger - gebe ich an, dass KHG die größere Beziehung zu Wicki hatte".

Meischbergers Vermögensberater Christoph Wirnsperger gab bei der Polizei laut "Format" im März 2012 an, dass Meischberger ihn gebeten habe auszusagen, er (Wirnsperger) habe den Kontakt zwischen Meischberger und Wicki hergestellt. Dagegen habe er sich aber widersetzt.

Teil der Provision veranlagt

Wicki hat laut Medienberichten einen Teil der Buwog-Provision veranlagt. Den Verdacht, dass in Wahrheit Grasser profitiert habe, hat dieser stets zurückgewiesen. 500.000 Euro, die von Grassers Schwiegermutter Marina Giori-Lhota stammen sollen, wurden Ende 2006 in die Genussscheine der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank gesteckt - der Deal war von Tilo Berlin eingefädelt worden. Damals war Grasser noch Finanzminister, er schied mit Jänner 2007 aus dem Amt. Das lukrative Hypo-Investment landete dann über die Ferint AG, eine Schweizer Vermögensverwaltungsgesellschaft, bei der Mandarin Group von Wicki.

In der Causa Buwog geht es um den Verdacht auf Korruption bzw. Amtsmissbrauch: Bei der Privatisierung der Bundeswohnungen (Buwog) 2004 unter dem damaligen Finanzminister Grasser war ein Konsortium rund um die Immofinanz siegreich - nachdem der damalige Immofinanz-Chef Karl Petrikovics einen geheimen Tipp von Peter Hochegger bekommen hatte. Hochegger seinerseits bekam den Tipp von Meischberger. Der Grasser-Trauzeuge dementiert, die Information vom damaligen Minister bekommen zu haben. Petrikovics zahlte im Geheimen eine Provision von mehr als einem Prozent des Buwog-Kaufpreises an Hocheggers Firma "Astropolis" auf Zypern. Von dort lenkte Meischberger den Großteil der zehn Millionen Euro auf drei Konten in Liechtenstein. Die Ermittler vermuten Grasser und den Immobilienmakler Ernst Karl Plech hinter zwei der drei Konten. Grasser weist alle Vorwürfe zurück. (APA, 18.7.2013)

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