Indien: Gericht verbot freien Verkauf von Säure

18. Juli 2013, 13:36
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Jährlich Hunderte Säureattacken - Meistens sind die Opfer Frauen - Nun wurde der Verkauf der ätzenden Flüssigkeit eingeschränkt

Neu-Delhi - Das höchste Gericht Indiens hat angesichts von zahlreichen Säureanschlägen auf Frauen den Verkauf der gefährlichen Substanz eingeschränkt. Innerhalb von drei Monaten müssten nun Gesetze erlassen werden, damit die ätzende Flüssigkeit nicht mehr frei in Geschäften erhältlich sei, ordneten die Richter laut Medienberichten am Donnerstag in Neu Delhi an.

Angabe von Verwendungszweck

Käufer und Käuferinnen sollten zukünftig ihren Ausweis zeigen und einen Verwendungszweck angeben müssen. Außerdem habe die Regierung den Opfern von Säureattacken umgerechnet rund 3.800 Euro Entschädigung zu zahlen.

Säureattacken wegen fehlender Mitgift

Nach Angaben der Stiftung für Säure-Überlebende in Indien (ASFI) gibt es auf dem Subkontinent jährlich Hunderte Säureattacken. Meistens sind die Opfer Frauen, die wegen ausgeschlagener Heiratsanträge, fehlender Mitgift oder dem Verdacht der Untreue von ihren Freunden und Männern angegriffen werden. Erst am Mittwoch verletzte ein Mann im Bundesstaat Tamil Nadu eine Frau und ihre Tochter mit der ätzenden Substanz, weil sie über die Grenzziehung zwischen den Grundstücken stritten, wie die Nachrichtenagentur IANS berichtete. (APA, 18.7.2013)

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