Fußball-Endrunden weiter kostenfrei im Free-TV - kein Exklusivrecht für Pay-TV

18. Juli 2013, 12:21
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Europäischer Gerichtshof weist Klage von FIFA und UEFA ab - EU-Staaten können auch künftig Exklusiv-Ausstrahlung im Bezahl-TV verbieten - Verbände enttäuscht

Brüssel/Wien - Der Europäische Gerichtshof hat eine Klage von FIFA und UEFA abgewiesen. Die Fußballverbände wollten damit gegen die von der EU-Kommission genehmigte Entscheidung von Großbritannien und Belgien vorgehen, wonach alle Spiele bei Welt- und Europameisterschaften im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sind. UEFA und FIFA argumentierten, dass diese Entschiedung die Rechte an Übertragungen einschränke, der Verkauf von TV-Übertragungsrechten ist für die Verbände eine wichtige Einnahmequelle.

Ereignisse von "erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung"

Der EuGH entschied nun, dass das Verbot von Exklusivrechten für Privatsender bei Endrunden der Fußball-WM und der Fußball-EM gerechtfertigt ist, weil sie Ereignisse von "erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung" seien und eine solche Übertragung einem bedeutenden Teil der Öffentlichkeit die Möglichkeit nähme, diese Ereignisse in einer frei zugänglichen Fernsehsendung zu verfolgen. Für solche Ereignisse können die EU-Staaten einen Bann gegen eine exklusive Übertragung im Pay-TV verhängen. Neben wichtigen Fußballpartien können dies zum Beispiel Olympische Spiele sein.

Die Free-TV-Rechte an den Spielen der kommenden Fußball-Weltmeisterschaften 2014 und 2018 sowie der EM 2016 liegen bei ARD und ZDF. Die Rechte an den deutschen Qualifikationsspielen zur EM 2016 und WM 2018 hatte sich in der Vorwoche RTL gesichert. Der ORF hat sich die Rechte der Qualifikationen für die EM 2016 und die WM 2018 gesichert, außerdem alle WM-Spiele der Titelkämpfe 2014, 2018 und 2022.

FIFA und UEFA enttäuscht

Mit großer Enttäuschung haben FIFA und UEFA auf ihre Niederlage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) reagiert. Der Weltverband nannte das Urteil eine "Verzerrung des Marktes", die einen negativen Einfluss auf die WM-Einnahmen haben könnte. Der Richterspruch würde "den Markt verfälschenu nd die Aussichten auf zusätzliche Finanzspritzen für den Amateurbereichund Frauen-Fußball reduzieren", teilte die Europäische Fußball-Union mit. (APA/red, derStandard.at, 18.7.2013)

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