Vergiftetes Schulessen in Indien: Direktoren sollen künftig vorkosten

18. Juli 2013, 12:20
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Zahl der gestorbenen Schüler auf 23 gestiegen - Eltern beerdigten ihre Kinder vor der Schule

Neu-Delhi - Das tödliche Gift im Mittagessen indischer Schüler hat Konsequenzen: Rektoren und Köche sollen die Speisen an den Schulen künftig vorkosten. Die Regierung des betroffenen Bundesstaates Bihar ließ am Donnerstag in allen Lokalzeitungen Anzeigen veröffentlichen, in denen die Regel erklärt und Maßnahmen bei Verstößen dagegen angedroht werden.

Haftbefehl gegen Schulleiterin und Ehemann

Die Zahl der gestorbenen Kinder stieg am Donnerstag auf 23. 24 weitere befinden sich im Krankenhaus, sind aber außer Lebensgefahr Die Schüler der staatlichen Schule in Saran im Bundesstaat Bihar hatten am Dienstag ein Mittagessen serviert bekommen, das nach einer ersten Untersuchung Insektengift enthielt. Eventuell sei das Essen in einem Behälter gewesen, der vorher ein Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel enthielt, sagte zuständige Beamte Abhijit Sinha. Die Ergebnisse einer chemischen Analyse der Speisereste stünden noch aus.

Die Schulleiterin und ihr Ehemann, der Lebensmittel an die Schule verkaufte, seien weiter auf der Flucht. Gegen beide liege ein Haftbefehl vor, sagte Sinha. In deren Haus seien zwei Behälter mit Insektiziden neben Gemüse, Reis und Hülsenfrüchten für das Mittagessen gefunden worden, sagte ein ranghoher Ermittler. "Nur die Direktorin kann sagen, ob es sich bei dem Vorfall um ein Komplott oder fahrlässiges Versehen handelt", fügte er hinzu.

Kinder vor Schule begraben

Einige Eltern verstorbener Schüler haben am Donnerstag ihre Kinder aus Protest direkt vor der Schule beerdigt. Mit den Gräbern wollten sie auf die Nachlässigkeit der Verantwortlichen aufmerksam machen, berichtete der Nachrichtensender NDTV.

Rund 120 Millionen Kinder erhalten in Indien kostenloses Essen an staatlichen Schulen. Durch das Programm soll die Ernährung verbessert und auch die Anwesenheitsquote gesteigert werden. Wegen Hygienemängeln und minderwertiger Zutaten gibt es jedoch immer wieder Lebensmittelvergiftungen. In den letzten Jahren haben steigende Lebensmittelpreise stetig den Leidensdruck der 455 Millionen Inder erhöht, die unter der Armutsgrenze leben. (APA, 18.7.2013)

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