Acht Forscher in Österreich erhalten ERC-"Starting Grants"

19. Juli 2013, 13:04
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Förderungen des Europäischen Forschungsrats sind mit bis zu zwei Millionen Euro für bis zu fünf Jahre dotiert

Wien - Insgesamt acht in Österreich tätige Nachwuchsforscher erhalten heuer einen der begehrten "ERC Starting Grants". Das Ergebnis der aktuellen Antragsrunde gab der europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) bekannt. Die Förderpreise gehen an hervorragende junge Wissenschafter und sind mit bis zu zwei Millionen Euro für bis zu fünf Jahre dotiert.

Mehr als 3.300 einschlägige Anträge gingen in der insgesamt sechsten Ausschreibung beim ERC ein. Das entspreche einer Zunahme um etwa die Hälfte gegenüber 2012. Vergangenes Jahr waren es zwar mehr als 4.700 Anträge - dass der ERC dennoch einen Anstieg ausweist, liegt daran, dass sich seither das Konzept änderte. So wurde für Forscher, deren Doktorat zwischen sieben und zwölf Jahre zurückliegt, der "Consolidator Grant" eingeführt. Dadurch wurde die Zielgruppe für die "Starting Grants" kleiner. Sie stehen nun nur noch Forschern offen, die sich mindestens zwei Jahre und maximal sieben Jahre nach ihrem Doktorat bzw. PhD befinden. Der Frauenanteil unter den Preisträgern stieg im bereinigten Vergleich zu 2012 von 24 auf 30 Prozent.

Insgesamt wurden 287 Förderungen vergeben, die Gesamt-Fördersumme beläuft sich auf annähernd 400 Millionen Euro. Mit acht Preisträgern liegt Österreich gleichauf mit Italien und Schweden im Mittelfeld (Platz neun). An der Spitze befindet sich Großbritannien mit 60 Preisträgern, vor Deutschland (46) und Israel (32). Deutlich vor Österreich liegen auch Länder wie die Niederlande (26) und die Schweiz (21), belgische Forscher konnten heuer 12 Preise einwerben.

Die Ausgezeichneten

An welchen europäischen Forschungsinstitutionen die Ausgezeichneten ihre ERC-Grants einsetzen, bleibt ihnen grundsätzlich selbst überlassen. Zwei Grants gingen diesmal an Forscher, die an der Universität Wien tätig sind: Kristin Teßmar-Raible forscht zu der Frage, wie es der Meeresringelwurm Platynereis dumerilii zuwege bringt, seinen Fortpflanzungsrhythmus nach dem Mondzyklus zu richten. Mittels höchstauflösender Elektronenmikroskopie analysiert der Physiker Jannik Meyer aus technologischer Sicht besonders vielversprechende Materialen.

An der Universität Linz erhält der Halbleiterphysiker Georgios Katsaros den Preis für seine Forschung an Ansätzen, die ein Grundbaustein der Computertechnologie der Zukunft sein könnten. Am Institut für Halbleiter- und Festkörperphysik der Uni Linz wird er sich in dem Projekt "Loch Spin-Qubits und Majorana-Fermionen in Germanium" dem Potenzial von Germanium-Nanodrähten für die Realisierung von Informationsträgern in Quantencomputern widmen. Erst im Juni dieses Jahres wurde Katasaros in das renommierte START-Programm des Wissenschaftsfonds FWF aufgenommen.

Gleich drei Auszeichnungen gingen an Forscher am Wiener Institut für Molekulare Pathologie (IMP): David A. Keays beschäftigt sich dort mit der Frage, wie Tiere magnetische Felder wahrnehmen und sich daran orientieren können. Luisa Cochella geht der Frage auf den Grund, auf welche Weise die Entstehung der zahlreichen verschiedenen Zelltypen eines Organismus durch die Aktivität von sogenannten "Mikro-RNAs" gesteuert werden. Johannes Zuber hat sich auf Tumore des Blutbildenden Systems spezialisiert.

Am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien dürfen sich mit Stefan L. Ameres und Kikue Tachibana-Konwalski zwei Forscher über den Geldregen freuen. (APA/red, derStandard.at, 19.07.2013)

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