Ebay kämpft mit Gegenwind in Europa

Ebay spürt die Wirtschaftsschwäche in Europa, 13 Prozent stieg der Gewinn, die Investoren zeigen sich enttäuscht.

San Francisco - Ebay bekommt die Wirtschaftsschwäche in Europa und teure Investitionen für seine Expansion zu spüren. Zwar stieg der Gewinn im zweiten Quartal um rund 13 Prozent, doch konnte die Internet-Handelsplattform damit die Erwartungen nicht übertreffen. Zugleich gab sich eBay-Chef John Donahoe in der Nacht zu Donnerstag entgegen früherer Ankündigungen für den weiteren Jahresverlauf skeptisch: "Die makroökonomischen Gegenwinde in Europa und Südkorea werden auch im zweiten Halbjahr eine Herausforderung sein." Zugleich versicherte Donahoe, dass eBays Kerngeschäft, in dessen Mitte der Bezahldienst PayPal steht, gut läuft. Anleger hatten sich allerdings mehr erhofft. Die Aktie verlor nachbörslich mehr als fünf Prozent.

Angesichts des mageren zweiten Quartals ist es fraglich, ob eBay seine eigenen Jahresziele erfüllen kann. "Dies erhöht den Druck, im vierten Quartal stark zu sein, um die Gesamtjahres-Prognose zu treffen", sagte Analyst Ron Josey von JMP Securities. Für das dritte Quartal rechnet der Konzern mit einem Gewinn je Aktie zwischen 61 und 63 Cent und liegt damit unter den Erwartungen.

Runderneuerung

Im zweiten Quartal fuhr eBay einen Nettogewinn von 822 Millionen Dollar ein nach 730 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 3,88 Milliarden Dollar. Entgegen den Befürchtungen einiger Analysten lief es bei PayPal rund. Das Bezahlvolumen stieg um 24 Prozent auf 43 Milliarden Dollar. Ebay verdient an jedem Geschäft, das über PayPal abgewickelt wird, über eine Mini-Gebühr mit. Längst ist dieser Dienst nicht mehr auf eBay-Transaktionen beschränkt, sondern wird von vielen anderen Online-Anbietern genutzt.

Donahoe hat eBay im Rennen mit dem davoneilenden Online-Auktionshaus Amazon eine Runderneuerung verschrieben. Der Konzern investiert massiv in nutzerfreundlichere Internetseiten, den Ausbau der internationalen Geschäfte und neue Dienstleistungen wie den kostenlosen Versand, einfachere Reklamationen und Rücksendungen. eBay setzt darauf, in den kommenden Jahren die Früchte dieser Strategie zu ernten.

Zumindest derzeit verhindert dies die Wirtschaftsschwäche in Europa - einem der wichtigsten Märkte für eBay. In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte Donahoe, dass die Europäer im zweiten schwierigen Jahr in Folge nun auch beim Online-Shopping den Rotstift ansetzten, wo sie im Vorjahr noch regelmäßig nach Schnäppchen gesucht hätten. In den USA macht eBay hingegen weiterhin gute Geschäfte. (Reuters, 18.7.2013)

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