UN fordern Aufklärung von Morden an Journalisten

17. Juli 2013, 18:38
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90 Prozent nicht aufgeklärt

New York - Die Vereinten Nationen haben ihre Mitgliedsstaaten aufgefordert, Morde an Journalisten rückhaltlos aufzuklären. "Es ist schockierend und absolut inakzeptabel, dass 90 Prozent aller Morde an Journalisten nicht aufgeklärt werden", sagte Vize-Generalsekretär Jan Eliasson am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Im vergangenen Jahr seien 121 Journalisten getötet und mehr als 200 inhaftiert worden - nach Angaben von Journalistenverbänden fast ein Drittel mehr als im Jahr zuvor.

"Es sind Journalisten, die sich jeden Tag in Lebensgefahr begeben, um die Welt über Unrecht und Gewalt aufzuklären, immer mit dem Wissen, dass der nächste Atemzug der letzte sein könnte", sagte die Journalistin Kathleen Carroll von der Nachrichtenagentur Associated Press im Rat.

Mustafa Haji Abdinur berichtet seit Jahren für die Agence France-Presse aus Somalia. "So viele meiner Kollegen haben den höchsten Preis bezahlt, den ein Mensch bezahlen kann. Sie haben ihr Leben verloren, weil sie sich der Wahrheit verpflichtet fühlten, weil sie nicht die Unwahrheit sagen und nicht die Wahrheit verschweigen wollten." Ohne eine freie Presse könne es keine Freiheit geben.

Auch Richard Engel, Reporter des Senders NBC aus New York, sagte, dass es "ohne Frage lebenswichtig für Freiheit und Demokratie ist, dass Informationen frei fließen können". "Es hat ja seinen Grund, warum Diktatoren und Regime immer vor allem Journalisten bedrohen, einsperren, erpressen und sogar ermorden. Denn Journalisten erzählen den Menschen die Wahrheit, die die Mächtigen oft nicht gern hören." (APA, 17.7.2013)

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