Moser nach Barthel-Aufgabe im Viertelfinale

17. Juli 2013, 19:19
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Steirische Debütantin setzt sich gegen die topgesetzte Deutsche durch und trifft in der Runde der besten Acht auf die Tschechin Hlavackova

Das Erfolgsmärchen der steirischen WTA-Debütantin Lisa-Maria Moser im mit 235.000 Dollar dotierten "Nürnberger Gastein Ladies" in Bad Gastein geht weiter. Die Steirerin schaffte gegen die topgesetzte Deutsche Mona Barthel den Einzug ins Viertelfinale. Die Nummer 31 der Welt musste nach 6:2 und 4:3-Führung Mosers nach einer Schulterverletzung aufgeben. Die Vorarlbergerin Yvonne Meusburger gewann ihr Erstrundenmatch gegen die bosnische Qualifikantin Jasmina Tinjic klar 6:0,6:0.

Moser startete mit einem Break ins Match und führte schon 5:2, als die Deutsche ein langes medizinisches Time-out wegen Problemen in der rechten Schulter und im linken Ellbogen ("Ich hatte bei jedem Schlag Schmerzen") nahm. "Da habe ich versucht konzentriert zu bleiben und den Fokus auf das nächste Game zu richten", schilderte Moser die entscheidenden Minuten. "Nach dem 6:2 im ersten Satz, habe ich gemerkt, da geht etwas."

Reingerutscht

Als Barthel beim Stand von 3:4 im zweiten Satz endgültig aufgab, schlug Moser die Hände vors Gesicht und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf, sprachlos verließ sie den Center Court. Erst eine Stunde später bei der Pressekonferenz konnte sie ihren Erfolg halbwegs analysieren. "Aber realisiert habe ich das ganze noch nicht. Ich muss eine Nacht darüber schlafen."

Erst am Samstag erfuhr die 22-jährige Steirerin, dass sie nach der verletzungsbedingten Absage von Melanie Klaffner erstmals dank einer Wild Card bei einem WTA-Turnier starten darf. Jetzt steht sie im Viertelfinale und hat schon 70 WTA-Punkte und 4.435 Dollar Preisgeld gesammelt. "Damit werde ich mir neue Sandschuhe kaufen, die alten sind schon hinüber", kündigte Moser an. Und als sie noch erfuhr, dass sie sich im WTA-Ranking von 725 auf etwa Platz 395 verbessert hat, schüttelte sie ungläubig den Kopf und stammelte nur: "Oh Gott."

Viele Gedanken über das Viertelfinale, in dem sie am Freitag auf die Tschechin Andrea Hlavackova trifft, macht sie sich noch nicht. "Ich werde versuchen meinen Job zu machen." Fix eingeplant ist hingegen, dass nächste Woche wieder kleinere Brötchen gebacken werden: Beim Future-Turnier in Bad Waltersdorf. Ihr Trainer Karl-Heinz Wetter kündigte jedenfalls an, die Saisonziele nach den Erfolgen in Bad Gastein neu zu überdenken.

Keine Probleme für Meusburger

Meusburger hatte nach einem über 15 Minuten hart umkämpften ersten Game keine Probleme die bosnische Qualifikantin Jasmina Tinjic mit der "Höchststrafe" im Tennis zu belegen. Die aktuelle Nummer 86 der Welt und heimische Nummer eins siegte nach exakt einer Stunde 6:0,6:0 und trifft im Achtelfinale auf Irina-Camelia Begu (ROM-3). "Dieses Game war sehr wichtig, danach war ich mit meiner Leistung schon sehr zufrieden", sagte Meusburger, die mit ihrem Spin bei großer Hitze Tinjic immer wieder zu Fehler zwang.

Der Grund für den Erfolgslauf liegt für Meusburger auf der Hand. "Ich habe letzte Woche in Budapest fünf Matches bestritten, bin im Finale gestanden, das gibt viel Selbstvertrauen", sagte die 29-Jährige. Zudem liegt ihr das Turnier und liebt sie die Atmosphäre in Bad Gastein. In den bisher sechs Auflagen des Turniers erreichte sie jeweils das Viertelfinale, 2007 stand sie gegen Francesca Schiavone im Finale und 2010 im Semifinale: "Das sind Erinnerungen, die helfen einem enorm."

Auch wird Meusburger, die bis zum Februar ihr bisher bestes Ranking (Platz 60, November 2007, Anm.) unterbieten möchte, in den Salzburger Bergen von ihrer Familie begleitet. "Ich genieße, dass ein Teil der Familie dabei ist, denn es gibt ein Leben abseits vom Tennis", erklärte Meusburger. "Wenn ich am Abend auf ein Bier gehe, kann ich lockerer am nächsten Tag in das Match gehen." (APA, 17.7.2013)

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