Versicherungsschutz bei Jobverlust

17. Juli 2013, 15:25
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Versicherung ist auch bei berechtigtem Austritt zu Leistung verpflichtet - Laut Arbeiterkammer Gelegentliche Schwierigkeiten bei der Abwicklung

Wien - Die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) weist darauf hin, dass Versicherungen, die Schutz bei Arbeitgeberkündigung anbieten, auch im Falle des berechtigten Austritts zur Leistung verpflichtet sind. "Wenn der Dienstgeber die Gehaltszahlung einstellt, so hat der Arbeitnehmer das Recht, aus dem Dienstverhältnis auszutreten. Dieser Austritt ist bei allen Rechtsverhältnissen der Kündigung durch den Arbeitgeber gleichzusetzen. Das gilt auch für Reisestornoversicherungen", betont AKNÖ-Konsumentenrechtsexperte Manfred Neubauer am Mittwoch in einer Presseaussendung.

Deckung durch Versicherung prüfen

Wer also aufgrund unverschuldeter Arbeitslosigkeit seine Urlaubsreise stornieren muss, dem rät Neubauer zu prüfen, ob die Stornokosten durch die Versicherung gedeckt sind. "Bei Schwierigkeiten mit den Versicherungsunternehmen stehen wir als NÖ-Arbeiterkammer unseren Mitgliedern mit Beratung und nötigenfalls auch mit Rechtsschutz zur Seite", so Neubauer.

Viele Reisestornoversicherungen decken laut AKNÖ auch das Risiko einer unerwarteten Kündigung durch den Arbeitgeber ab. Ein zwar eher selten eintretender Versicherungsfall, der aber im heurigen Jahr aufgrund der Insolvenz mehrerer großer Unternehmen kurz vor der Urlaubszeit an Bedeutung gewonnen habe.

Gelegentliche Schwierigkeiten

"Leider kommt es bei der Abwicklung gelegentlich zu Schwierigkeiten", so Neubauer. Das zeige das Beispiel eines ehemaligen Beschäftigten der Alpine, der durch die Insolvenz des Baukonzerns seinen Arbeitsplatz verlor. Er stornierte aufgrund der ungewissen Zukunft seine bereits gebuchte Urlaubsreise und machte die Stornogebühren im Rahmen seiner Reisestornoversicherung geltend. Die Versicherung verweigerte jedoch die Kostenübernahme mit dem Argument, dass er nicht gekündigt worden, sondern selber aus dem Dienstverhältnis ausgetreten sei. (APA, 17.7.2013)

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    Die Insolvenz mehrerer Unternehmen vor Urlaubsbeginn wirft Fragen zur Reisestornoversicherung auf.

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