Menschlicher Urin liefert Strom zum SMSen und Surfen

20. Juli 2013, 12:06
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Entwickler: "Den Inbegriff von Abfall einzusetzen, um daraus Strom zu gewinnen - noch ökologischer geht es nicht!"

London - Die Idee, menschlichen Urin als Energiequelle zu nutzen, führte in den vergangenen Jahren zu einer ganzen Reihe Projekte und gewinnt immer mehr Anhänger. Nun veröffentlichte ein Team der Universität Bristol in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Physical Chemistry Chemical Physics" einen Beitrag, in dem der erfolgreiche Einsatz von Urin zum Betrieb eines Mobiltelefons geschildert wird.

Für die Stromgewinnung wurden Spezialbatterien eingesetzt, die beim Zerfall der im Harn enthaltenen Mikroben an Kohlenstoff-Anoden Strom ableiten konnten. Dies gelang zunächst nur in überschaubarem Umfang: So konnten mit dem Strom im Handy SMS-Nachrichten übermittelt und das Internet genutzt werden. Beim vergleichsweise verbrauchsintensiven Telefonieren gelangte das System aber nach kurzer Zeit an seine Grenzen. Für eine weitergehende Nutzung müssten Spezial-Batterien entwickelt werden.

Der Forscher Ioannis Ieropoulos von der West of England University ist dennoch höchst optimistisch: "Unser Urin ist eine grenzenlose Energiequelle", sagte er. "So werden wir nicht mehr von den Zufällen der Wind- und Sonnenenergie abhängen." Es werde eines Tages möglich sein, den Strom aus dem Urin langfristig zu speichern. Ieropoulos glaubt, mit Urin könnten auch ganze Badezimmer elektrisch versorgt werden - vom Rasiergerät bis hin zur Beleuchtung. "Den Inbegriff von Abfall einzusetzen, um daraus Strom zu gewinnen - noch ökologischer geht es nicht!", freute sich der Forscher. "Wir sind begeistert, das ist eine Weltneuheit." (APA/red, derStandard.at, 20. 7. 2013)

 

 

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